
Missio-Preis für zweisprachige Yanomami-Schule in Venezuela
Die Auszeichnung würdigt das jahrzehntelange Engagement der Salesianer Don Boscos (SDB), der Don-Bosco-Schwestern (FMA) und der weltlichen Pädagoginnen und Pädagogen, die die Yanomami-Gemeinschaften im venezolanischen Bundesstaat Amazonas begleiten und unterstützen.
Bildung im Dialog mit der eigenen Kultur
Die Bildungs- und Evangelisierungsarbeit am Oberen Orinoko begann 1957 mit der Ankunft der ersten salesianischen Missionare. Von Anfang an orientierte sie sich am Präventivsystem Don Boscos, das auf Vernunft, Religion und liebender Zuwendung gründet.
Zu den Pionierinnen und Pionieren dieser Arbeit gehörten neben zahlreichen Don Bosco Schwestern und Salesianern auch die österreichische Don Bosco Schwester Maria Wachtler. Gemeinsam setzten sie sich dafür ein, dass die Yanomami ihre Geschichte selbst gestalten und ihre Kultur und Identität bewahren können. Dieses Anliegen wurde 1976 mit der Gründung des ersten Yanomami-Bildungsprojekts weiter gefestigt.

Die zweisprachige interkulturelle Bildung verbindet drei wesentliche Ziele: die Bewahrung der Yanomami-Sprache und ihrer kulturellen Traditionen, den Dialog mit der venezolanischen Gesellschaft ohne Verlust der eigenen Identität sowie die Stärkung der Gemeinschaften. Die Schülerinnen und Schüler werden dabei auch ermutigt, selbst Lehrkräfte zu werden und Unterrichtsmaterialien in ihrer Muttersprache zu verfassen.
„Wenn wir heute erleben, dass die besten Schülerinnen und Schüler zu Lehrkräften und Verfassern ihrer eigenen Schulbücher werden und dabei ihren Glauben, ihre Lieder, Tänze und Spiele pflegen, bestätigt uns das, dass sich unser Einsatz gelohnt hat“. (Sr. María Henar Alcalde, Provinzleiterin der Don Bosco Schwestern in Venezuela)

Eine gemeinsame Mission
Die Yanomami leben in weit verstreuten Siedlungen im Amazonasgebiet, häufig weit entfernt von städtischen Zentren. Das Bildungsprojekt trägt dazu bei, Bildungszugänge zu verbessern und die Rechte der indigenen Bevölkerung zu stärken.
Sr. María Henar Alcalde dankte den Päpstlichen Missionswerken für die Anerkennung der jahrzehntelangen Arbeit: „Dieser Preis gilt nicht nur unserer Ordensgemeinschaft. Er gehört ganz besonders all jenen Missionarinnen und Missionaren, Pädagoginnen und Pädagogen, Förderinnen und Förderern, älteren Menschen und Familien, die die zweisprachige interkulturelle Bildung im Amazonasgebiet möglich gemacht haben.“
Mit dem Missio-Preis bekräftigt die salesianische Familie ihr Engagement für die Yanomami, für den Schutz ihrer Würde und die Bewahrung ihres lebendigen kulturellen Erbes.
Darüber hinaus wurden auch Sr. Ángeles Miguelez RCM mit dem Preis B. Paulina Jaricot und Bischof Felipe González OFMCap mit dem Preis B. Pablo Manna für ihr missionarisches Engagement ausgezeichnet.
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