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Veröffentlicht am: 16. September 2026

„Geht eh!“ – Mit Vertrauen in eine neue Aufgabe

FMA AUG

Mit dem neuen Schuljahr übernimmt Sr. Elisabeth Siegl FMA die Leitung der HLW an den Don Bosco Schulen Vöcklabruck. Den Schulzweig besuchen derzeit 290 Schülerinnen und Schüler. Im Gespräch erzählt sie, was die HLW für sie besonders macht, wie sie sich auf ihre neue Aufgabe vorbereitet hat und warum sie dabei auf einen ungewöhnlichen, aber sehr persönlichen Satz vertraut.


 

Was bedeutet dir die HLW?
Die HLW ist für mich ein sehr umfassender und breit aufgestellter Schultyp, der viele Möglichkeiten bietet. Gerade für Schülerinnen und Schüler, verschiedene Interessen haben, ist sie ideal.

Die HLW verbindet Matura und Berufsausbildung in vielen Bereichen. Man kann ein Studium anschließen oder direkt in den Beruf einsteigen. Gleichzeitig gibt es auch die drei- und einjährige Fachschule. Die einjährige ist auch ein gutes Überbrückungsjahr auf dem Weg in die Arbeitswelt. Bei uns wird auch viel auf Praxisnähe geachtet.

 

Nun übernimmst du selbst die Leitung. Was bedeutet es für dich, Direktorin zu werden?
Es ist eine große Aufgabe, vor der ich großen Respekt habe. Gleichzeitig bedeutet es für mich, dass ich das Schulleben mitgestalten und mitentscheiden kann. Besonders freut mich, dass ich unser salesianisches Profil und unseren Auftrag als katholische Privatschule weiter fördern kann.

Unsere Ordensgründer Don Bosco und Maria Mazzarello waren mit ihrem Einsatz für junge Menschen ihrer Zeit in vielem voraus: Don Bosco setzte sich besonders für benachteiligte Buben ein, Maria Mazzarello eröffnete Mädchen neue Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.

 

In diesem Sinn soll bei uns nicht nur Wissen vermitteln werden, sondern auch Herzensbildung und Werte. Junge Menschen sollen bei uns die Möglichkeit bekommen, sich persönlich zu entwickeln und ihren eigenen Weg zu finden.

 

Worauf freust du dich bei deiner neuen Aufgabe?
Ich freue mich darauf, Schule zu gestalten, und zwar gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern, den Lehrerinnen und Lehrern und allen Mitarbeitenden. Mir persönlich ist wichtig, präsent und ansprechbar zu sein und den Kontakt zu den jungen Menschen nicht zu verlieren.

 

Du hast ein ungewöhnliches Motto für deine neue Aufgabe. Was steckt dahinter?
Ich habe zur Eröffnungskonferenz von den Lehrerinnen und Lehrern einen Pulli mit der Aufschrift „Geht eh!“ bekommen. Für mich hat dieser Satz eine ganz besondere Geschichte.

Als ich im vergangenen Jahr mit den Lehrerinnen und Lehrern nach Turin gefahren bin, an die salesianischen Ursprungsorte, war diese Reise für mich persönlich auch eine Wallfahrt. Ich wollte dort meine zukünftige Aufgabe deponieren und um Unterstützung bitten, sie gut zu bewältigen. Als ich dann vor der Reliquie Don Boscos stand, habe ich Don Bosco gefragt: „Wie schaffe ich das?“ Und das Einzige, was ich damals als Antwort in mir gehört habe, war: „Geht eh!“

 

Für mich ist dieser Satz heute eine Einladung zum Vertrauen. Ich muss nicht alles selbst in der Hand haben. Es geht Schritt für Schritt – vor allem, weil ich darauf vertraue, dass Gott mit mir geht und an meiner Seite ist.

 

Wie zeigt sich dieses Vertrauen für dich im Alltag?
Ich sehe meine neue Aufgabe auch als Sendung durch die Ordensgemeinschaft und vertraue dabei sehr auf Gottes Führung. Jeden Tag, wenn ich mein Büro betrete, bitte ich um den Heiligen Geist.

Auch in meinem Büro gibt es einiges, das mich daran erinnert: Bilder von salesianischen Stätten, eine Don-Bosco-Statue, das Herz Jesu mit einem für mich wichtigen Satz aus unseren Konstitutionen und die Ikone „Jesus und der Freund“. Sie erinnern mich daran, dass ich selbst begrenzt bin und nicht alles aus eigener Kraft schaffen muss, sondern offen sein darf für Gottes Wirken.

Auch unser Auftrag als Kirche ist mir dabei wichtig: jedem Menschen Platz zu geben, damit er wachsen kann. Die Worte, die bei uns am Schuleingang auf drei Säulen sichtbar sind, bringen das sehr schön zum Ausdruck: Bildung, Begleitung und Beheimatung.

 

Wie konntest du dich auf deine neue Aufgabe vorbereiten?
Ich habe einen zweijährigen Kurs in „Schulmanagement“ gemacht und konnte im vergangenen Jahr bei meinem Vorgänger vieles mitschauen und kennenlernen. Trotzdem merke ich jetzt, dass es unglaublich viele Dinge gibt, die man erst im konkreten Tun entdeckt. Für mich heißt es jetzt, Schritt für Schritt zu gehen und auch diejenigen zu fragen, die Erfahrung haben – zum Beispiel meine Kollegin Margit Gangl als erfahrene Schulleiterin der BAfEP. Ich muss nicht alles sofort wissen.

Die geistliche Vorbereitung war für mich aber eigentlich das Allerwichtigste. Exerzitien, das Zurückgehen an die salesianischen Wurzeln und das bewusste Hinhören auf Don Bosco und Maria Mazzarello haben mir sehr geholfen. Seit ungefähr einem halben Jahr bitte ich immer wieder den Heiligen Geist, dass er mir die Wege zeigt.

 

Wirst du weiterhin unterrichten?
Gott sei Dank, ja! Ich werde sechs Stunden in drei HLW-Klassen unterrichten. Darauf freue ich mich sehr, weil mir das Unterrichten und der direkte Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern wichtig sind.

Ich möchte auch weiterhin präsent und ansprechbar sein – vielleicht wieder öfter ins Schulcafé gehen. Und wenn ich einmal besser eingearbeitet bin, kann ich mir auch vorstellen, die eine oder andere Supplierstunde zu übernehmen. Mir ist wichtig, trotz meiner neuen Aufgabe den Kontakt zu den jungen Menschen nicht zu verlieren.

 

 

 

Zur Person

Sr. Elisabeth Siegl FMA, geboren 1975 in Wien, absolvierte zunächst die HAK in Tulln und ließ sich anschließend zur Religionslehrerin ausbilden. 2003 trat sie bei den Don Bosco Schwestern ein, 2006 legte sie ihre erste Profess ab. Sie studierte Theologie und war unter anderem als Religionslehrerin, in der Pfarr- und Schulpastoral, als Delegierte der Salesianischen Mitarbeiter in Österreich sowie als Gemeinschaftsleiterin tätig. Seit 2011 lebt und arbeitet sie in Vöcklabruck. Mit dem Schuljahr 2026/27 übernimmt sie die Leitung der HLW der Don Bosco Schulen.

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