
Gott lässt wachsen und leben
Im Haus St. Josef in Rottenbuch, der größten Gemeinschaft der deutschsprachigen Provinz der Don-Bosco-Schwestern, wurde die Verabschiedung von Schwester Petra Egeling als Provinzleiterin besonders gefeiert. Die Schwestern schauten gemeinsam auf die vergangenen sechs Jahre zurück und verabschiedeten Sr. Petra in Dankbarkeit und Zuversicht.
Der Baum der Dankbarkeit: Von Wurzeln und Krone
Der Nachmittag stand ganz im Zeichen des Lebens und Wachstums unter dem Leitgedanken „Gott lässt wachsen, leben einen Baum“.
In der Mitte der versammelten Gemeinschaft wurde ein Baum ausgelegt. Dazu wurde die alte Erzählung von einer Palme verlesen: Ein Mann namens Zadok legte einst einen schweren Stein in die Krone einer jungen Palme, um ihr Wachstum zu hemmen. Doch anstatt einzugehen, trieb die Palme ihre Wurzeln nur umso tiefer in die Erde, um die Last zu tragen – und wuchs gerade dadurch zur stärksten und schönsten Palme der Oase heran.
In Anlehnung an diese Erzählung betonten die Schwestern in ihren Worten an die scheidende Provinzleiterin: „Schwester Petra, vielleicht hast du dich in unseren Gedanken wiedergefunden. Die Krone ist das Herz des Baumes, wir alle bilden sie mit dir. Jede Schwester bringt dir ihren Dank in Form eines Blattes, und so wird die Baumkrone lebendig.“
Anschließend legte jede Schwester ein individuell gestaltetes Blatt mit ihren persönlichen Dankesworten in den Baum. So entstand im Miteinander eine farbenfrohe, lebendige Baumkrone – als sichtbares Zeichen für all das, was in den vergangenen Jahren gemeinsam gewachsen ist.
Feierliches Abendlob
Am Abend versammelte sich die Gemeinschaft zum gemeinsamen Abendlob. Zum Einzug wurde unter Gesang eine brennende Kerze vorgetragen, die den Beginn der Lichtfeier markierte.
In ihren Gebeten blickten die Schwestern auf die verflossene Zeit zurück:
„Wir danken dir, Gott, am Abend dieses Tages für die Zeit, in der Sr. Petra die Aufgabe der Provinzleiterin getragen hat. Wir legen die vergangenen Jahre mit allem, was sie geprägt hat, in deine Hände zurück.“
Begleitet von den Worten aus dem 1. Petrusbrief („Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes…“), dem Gesang der Psalmen und des Magnificats sowie aufsteigendem Weihrauch baten die Schwestern um Erholung und Segen für Sr. Petra sowie um Geisteskraft, Weisheit und Zuversicht für die neue Provinzleiterin Sr. Maria Maul und die gesamte Provinz.
Geselliger Ausklang in Gemeinschaft
Den feierlichen Abschluss fand der Tag bei einem gemeinsamen Abendessen im Haus St. Josef. Bei verschiedenen Einlagen, fröhlichen Rückblicken und guten Gesprächen klang das Fest in froher und geschwisterlicher Atmosphäre aus.
(Sr. Susanne Stachl FMA)

