
Mission Bude: Kirche mitten im Quartier
Im Herbst 2025 hatte der Pfarrer von St. Urbanus in Gelsenkirchen-Buer, Propst Markus Pottbäcker, unsere Gemeinschaft in Essen-Borbeck angefragt, ob sich eine der Schwestern vorstellen könnte, in einer “Bude“ mitzuarbeiten (so nennt man die Kioske hier im Ruhrgebiet, oder auch Trinkhallen genannt – gab es früher an jeder Ecke, weil durch den Bergbau das Trinkwasser verseucht war und es dort gutes Wasser für die einzelnen Haushalte zum Abfüllen gab).
Ab Januar 2026 startet Sr. Birgit die „Mission Bude“. Schon seit einigen Jahren arbeitet sie auch ehrenamtlich im Kirchenladen „mittendrin“ der Pfarrei St. Dionysius in Essen-Borbeck. Doch die Kundschaft unterscheidet sich doch sehr.
In die Bude im Gelsenkirchener Stadtteil Hassel kommen Leute aus dem Quartier. Viele haben eine Migrationsgeschichte, viele sind von Armut betroffen und beziehen staatliche Sozialleistungen, es gibt auch einen Kindergarten und eine Schule in der Nähe.
Die Bude verkauft wie andere Buden auch, das übliche Sortiment: Getränke – vom Bier über Mineralwasser zu Softgetränken, Zigaretten, Süßes (vor allem auch die „Bunte Tüte“), Eis, Kaffee, etc.
Niederschwelliges Kontaktangebot
Betreiber des Büdchens ist die Pfarrei St. Urbanus. Verantwortlich sind die beiden hauptamtlichen Pastoralreferenten Markus Zingel und Laura Meemann, die dafür auch ein Konzept erstellt haben. Wichtig neben dem kleinen Einkauf ist die niederschwellige Kontaktaufnahme, das Angebot von Hilfe (z. B. auch über das „Familienkraftwerk“ des sozial-caritativen Zentrums, das in der Kirche St. Michael – gleich gegenüber der Bude – verortet ist).
Für Sr. Birgit ist die ehrenamtliche Tätigkeit dort ein an die „Ränder gehen“, als Kirche sichtbar bei den Menschen zu sein, die meistens keine Berührungspunkte (mehr) mit der kath. Kirche haben.
Ab dem neuen Schuljahr soll es in Zusammenarbeit mit der Sekundarschule eine Arbeitsgemeinschaft geben, in der demokratische Prozesse eingeübt werden sollen. Dazu gehört auch, dass junge Menschen erkennen, dass sie Beiträge zu gutem Zusammenleben geben können und sich als selbstwirksam erfahren. Auch da wird die Ordensschwester mitwirken und die jungen Menschen im Projekt unterstützen.
(Sr. Birgit Baier)

