
Vortragsexerzitien mit Bischof Dr. Ivo Muser
„Ihr aber, für wen haltet ihr mich?“ (Mt 16, 15), eine Frage, die mitten ins Herz trifft.
Bei den Vortragsexerzitien im Schloss Wohlgemutsheim in Baumkirchen wurde sie zur persönlichen Frage für viele Frauen und Männer, Priester und Ordensleute unterschiedlichen Alters. Bischof Dr. Ivo Muser nahm die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit auf einen geistlichen Weg, der nicht bei frommen Antworten stehen blieb. Denn diese Frage Jesu ist, so Bischof Muser, die entscheidende Kernfrage des ganzen Evangeliums:
Wer ist Jesus Christus? Und wer ist er für mich?
Dazu brauchte es vor allem eines: Stille. Wenn es äußerlich still wird, wird es innerlich laut. Im Schweigen begegnen wir nicht nur Gott, sondern auch uns selbst, unserer Geschichte, unseren Fragen, Sehnsüchten und Wunden. „Nur jene dürfen über Gott reden, die vorher vor ihm geschwiegen haben“, brachte es Hans Urs von Balthasar auf den Punkt.
In den Impulsen wurde deutlich: Unser Leben ist geschenkte Existenz. Wir müssen unseren Wert nicht verdienen. „Amor ergo sum!“ Ich bin geliebt, also bin ich. Gott allein rechtfertigt meine Existenz. Und zur Annahme dieses Geschenks gehört auch die Versöhnung mit der eigenen Geschichte. Denn: Nur was angenommen ist, kann auch erlöst werden.
Im Mittelpunkt stand immer wieder Jesus Christus selbst. Echter Glaube beginnt bei der Begegnung mit Ihm. Bei der Antwort meines eigenen Lebens. Und bei der Erfahrung: Ich bin geliebt.
Auf die Frage „Warum bin ich Christ?“ gab Bischof Muser eine ebenso einfache wie tiefgehende Antwort: „Seinetwegen.“ Christsein bedeutet, einem Menschen zu folgen, dem Menschen Jesus Christus. Und Nachfolge ist nur möglich, weil einer vorausgeht. Sie muss konkret werden: in unserem Alltag, in unseren Beziehungen, Entscheidungen und in der Art, wie wir anderen Menschen begegnen.
Die Eucharistie wurde dabei als Höchstform christlichen Betens sichtbar: Dank und Hingabe, Erinnerung und Gegenwart, die Erfahrung, von Gott beschenkt und getragen zu sein.
Es waren Tage des Schweigens und Hörens, des Gebets und der Begegnung, des persönlichen Nachdenkens und des gemeinsamen Glaubens. Und es waren Tage voller Freude. Die herzliche Gemeinschaft, die Offenheit der Teilnehmenden, das tägliche Morgenlob, die Hl. Messe, die eucharistische Anbetung und die geistlichen Impulse machten diese Exerzitien zu einer kostbaren Zeit im Schloss Wohlgemutsheim.
Am Ende blieb die Frage, die weiterwirken darf, die Jesus uns auch heute stellt: „Du aber, für wen hältst du mich?“
(MMag. Thomas Fankhauser SMDB)
Mehr Bilder unter

