
Ich gehe zu gern arbeiten!
Frau Neurauter, wie sind Sie zu den Don Bosco Schwestern gekommen?
Ich bin selbst in den Don Bosco Kindergarten gegangen – damals nicht so gern wie heute! (lacht) Später habe ich meine jüngeren Geschwister begleitet, so entstand der Bezug. Die Schwestern hatten damals eine Kindergartenassistentin aus Niederösterreich, die sehr unter Heimweh gelitten hat. Da fragte mich Sr. Hildegard eines Tages: „Karin, wäre das nicht etwas für dich?“ Ich dachte mir: Na gut, probieren wir es. Am 3. März 1986 begann ich – und bin geblieben.
In 40 Jahren hat sich einiges verändert. Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Definitiv die Gruppenstärke: Früher betreuten Sr. Hildegard Steglehner und ich 38 Kinder zu zweit. Heute gibt es zwei Kindergartengruppen für die gleiche Anzahl an Kindern. Und dann wurde viel umgebaut – der große Lift durchs Haus, der Kindergarten- und Krippenzubau – das war oft ziemlich laut.
40 Jahre beim selben Dienstgeber – das ist selten. Wie haben Sie das erlebt?
Es war spannend, weil immer wieder neue Schwestern, Leiterinnen und Kolleginnen kamen und gingen. Das Einzige, das konstant blieb, war Sr. Theresia Höltschl in der Küche. Mit ihr habe ich früher auch im Haus geholfen – Rasen mähen, den Zaun streichen, Bänke pflegen … das war damals alles Teil meines Alltags.
Sie haben sicher lustige Geschichten erlebt?
Oh ja! Ein kleiner Bub verkleidete sich im Fasching als Bauer und wollte unbedingt seine Ziege mitbringen. Sie war brav im Kindergarten – aber in Mamas neuem Mercedes … na ja, sagen wir, sie hinterließ ihre Spuren! (lacht) Ich erinnere mich auch sehr an Sr. Josefine Kumpfmüller. Sie hat am Fenster die ganzen Engelsgewänder sowie Hirten- und Schafskostüme für Aufführungen genäht – viele davon nutzen wir noch heute.
Und die Kinder selbst – haben Sie über die Jahre Generationen begleitet?
Ja! In den ersten Dienstjahren habe ich auf dem Weg in den Kindergarten (ich wohne in Stams) viele Kinder „eingesammelt“. Die Kinder haben mit ihren Mamas an der Straße gewartet. „Karin, dürfen wir mitgehen?“, hat es dann geheißen. Ich habe täglich oft bis zu zehn Kinder mitgenommen. Heute bringen manche dieser Kinder selbst ihre eigenen Kinder zu uns. Es ist schön, zu sehen, wie sich alles weiterentwickelt.
Wie lange arbeiten Sie noch, und was sind Ihre Pläne danach?
Die Pension ist noch zwei Jahre entfernt, und Pläne habe ich keine. Ich gehe zu gern arbeiten. Der Kindergarten ist meine Leidenschaft. Solange es Spaß macht, bleibe ich – und mehr braucht es nicht.
(Interview: Sr. Regina Maier)


