Für die Jugend in Albanien

Don Bosco Schwester Teuta Buka in Tirana
Don Bosco Schwester Teuta Buka ist Gemeinschaftsleiterin in Tirana

Don Bosco Schwester Teuta Buka wuchs im katholischen Norden Albaniens auf, zu einer Zeit, wo Religionsausübung verboten war. Heute ist die 48-Jährige Gemeinschaftsleiterin in Tirana und in der Kommission für katholische Bildung Albaniens. 

Text: Karoline Golser 
Fotos: Don Bosco Schwestern, Tirana

Eingerahmt von Montenegro, dem Kosovo, Mazedonien und Griechenland liegt Albanien auf der Balkanhalbinsel. Seine Küste verläuft entlang der Adria und des Ionischen Meeres. Fast zwei Drittel des Landes bestehen aus Gebirge. Die karge Landschaft hat nicht viel zu bieten außer Schaf- und Ziegenzucht. Von den kleinen Gebirgsdörfern zieht es die Menschen hinunter in die Nähe des Meeres. Sie wollen ihrer Armut entfliehen. Die wenigsten von ihnen haben eine ordentliche Schul- oder Berufsausbildung. Seit 1993 sind die Don Bosco Schwestern in Tirana, Tale und Shkoder. Sie haben dort Schulen, Kindergärten und Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche aufgebaut und widmen sich dem Schutz von Mädchen und jungen Frauen. Eine von ihnen ist Sr. Teuta Buka. Die 48-Jährige wurde in Shkoder, im Norden Albaniens, geboren. Ihre Mutter war Lehrerin, ihr Vater Maurer. Trotz des Verbotes der Religionsausübung unter dem kommunistischen Regime ließ der Vater sie im Geheimen taufen.

Foto: FMA/www.cgfmanet.org
Don Bosco Schwester Teuta Buka mit Kindern des Oratoriums in Tirana.

Nach dem Zusammenbruch der albanischen Diktatur Anfang der 90er-Jahre kam es zur ersten Begegnung mit den Don Bosco Schwestern: „Am 24. Dezember 1991, als wir uns zur ersten Weihnachtsmesse ‚in Freiheit‘ in der ehemaligen Kathedrale von Shkoder versammelten, sah ich vier Schwestern aus der Ferne“, erinnert sich Sr. Teuta. Bereits im Sommer davor schloss sie Bekannschaft mit Salesianerpater Michele Gentile, der in ihr den Wunsch weckte, das salesianische Charisma auch für sich anzunehmen. Als die ersten Schwestern nach Albanien kamen, trat sie in den Orden ein.

Es folgten Jahre des Studiums und der Ausbildung im Bildungsbereich in Albanien und in Italien. Jetzt ist Sr. Teuta Gemeinschaftleiterin in Tirana: „Wir sind drei albanische Schwestern und betreiben einen Kindergarten mit 75 Kindern, ein Tageszentrum mit vielen Bildungs-, Kultur- und Freizeitaktivitäten sowie ein Heim für Studentinnen.“ Darüber hinaus ist Sr. Teuta nationale Koordinatorin der Albanischen Kommission für katholische Bildung, die ein Netzwerk aus katholischen Bildungseinrichtungen umfasst. In dieser Funktion engagiert sie sich für ein gemeinsames Modell an den katholischen Schulen, das Kinder, die Mobbing und Missbrauch erlebt haben, schützt und begleitet.

Die Herausforderungen, vor denen junge Menschen in Albanien heute stehen, sind vielfältig. Sr. Teuta nennt hier vor allem den Wunsch nach Bildung, nach Beziehungen und nach Zukunftsperspektiven. Als Don Bosco Schwester sieht sie ihre Aufgabe darin, die jungen Menschen dabei zu unterstützen: „Wir bieten Kindern Kultur an, tiefes Wissen und praktische Erfahrungen. Und wir bieten ihnen Orte, an denen sie Selbsterkenntnis entwickeln, andere respektieren, positive Beziehungen aufbauen und als verantwortungsbewusste Menschen und Bürger wachsen können.“

Der tägliche Kontakt mit Kindern und Jugendlichen ist für Sr. Teuta immer etwas Besonderes: „Ich finde ihre Fähigkeit großartig, das Gute und Schöne zu erkennen, das sie umgibt. Sie spüren auch, dass wir sie mögen, und sind offen für die Angebote, die wir machen. Für mich als Pädagogin ist das Grund genug, es jeden Tag aufs Neue anzupacken.“

Um die volle Funktionalität unserer Website zu gewährleisten bzw. unser Angebot zu optimieren, setzt unsere Website Cookies. Weiterlesen …