Solidaritätsprojekt: Hilfe für Kinder in Myanmar

In Hlaing Thar Yar (Myanmar) betreiben die Don Bosco Schwestern mitten im Slumgebiet einen Kindergarten. Für über 100 Kinder ist das nicht nur ein Ort pädagogischer Betreuung. Hier werden Sie auch mit Essen und Trinken versorgt.
Text: Markus Höllbacher
Fotos: Don Bosco Schwestern

Hlaing Thar Yar nennt sich die Großstadt, in der sich 2016 eine Gemeinschaft der Don Bosco Schwestern – mitten im Slumgebiet – niederließ. Die Stadt gehört zum Speckgürtel der Fünf-Millionen-Einwohner-Metropole Rangun (offiziell Yangon). Die Menschen im Slum sind schlichtweg arm. Ganze Familien müssen dort mit wenigen Dollars pro Tag ihren Lebensunterhalt bestreiten. Wer Arbeit hat, arbeitet meist in der Leichtindustrie, besonders in der Bekleidungsproduktion.

Bereits seit elf Jahren sind die Don Bosco Schwestern in Rangun, das bis 2005 der Regierungssitz Myanmars war. Mit einem Moped waren sie damals mehrmals in der Woche unterwegs nach Hlaing Thar Yar. Dort unterstützten sie die kleine Pfarre in der Katechese und betreuten Familien in den Slums. Besonders in der Regenzeit glichen die Fahrten ins Slumgebiet oft Abenteuern ins Ungewisse. Man muss Gott dafür danken, dass gröbere Unglücke ausgeblieben sind.

Umso froher sind die Don Bosco Schwestern, dass sie sich vor drei Jahren mitten im Slumgebiet niederlassen konnten. Für das Abenteuer heute steht nicht mehr das Moped, sondern der Kindergarten, den sie 2016 eröffneten. Rund 100 drei- und vierjährige Kinder aus dem Slum finden hier nicht nur Zeit zum Spielen, sondern werden auch altersgerecht „unterrichtet“. Was aber besonders wichtg ist: Hier bekommen Kinder ausreichend warmes Essen und ihre tägliche Portion Ovomaltine.

Sr. Veronica Nwe Ni Moe, Gemeinschafts- und Einrichtungsleiterin: „Dass wir den Kindergarten betreiben können, ist für alle ein großer Segen. Hier können die Kinder spielen, lernen und einfach sie selbst sein.“ Aber auch für viele Mütter bewirkt die Einrichtung eine innere Erleichterung. „Die Kinder während des Tages in guten Händen zu wissen, ist vielen ein Trost. Es ist immer auch für Eltern sehr belastend, die eigenen Kinder in so erbärmlichen Lebensverhältnissen wie in den Slums aufwachsen zu sehen“, so die 39-jährige Ordensfrau.

Die Einrichtung Jahr für Jahr wirtschaftlich abzusichern, ist ein weiteres Abenteuer. Die Eltern haben nichts, was sie geben könnten, die öffentliche Hand lässt ebenso aus. Zum Mut-Verlieren bleibt aber keine Zeit. Schließlich sind da noch 100 Kinder, für die es sich in jedem Fall zu kämpfen lohnt.

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