Missionarin im Land der Extreme

Don Bosco Schwester Hanako Teresia Kojima begleitet die Kinder der Mongolei in eine, wie sie hofft, bessere Zukunft. Sie ist Volksschuldirektorin in Dsuunmod, einer Stadt, die 43 Kilometer von der Hauptstadt Ulaanbaatar entfernt liegt.

Text: Karoline Golser
Foto: FMA KOR

 

Die 48-jährige Japanerin hat es in ein Land verschlagen, das seinen Bewohnern schon immer viel abverlangt hat. Die Mongolei ist bekannt für ihr extremes Klima und ihre strengen Winter, in denen es so kalt, eisig oder schneereich werden kann, dass Millionen von Weidetieren verhungern. Das Land besteht aus hohen Gebirgen, Steppen und der Wüste Gobi im Süden. Es ist der am dünnsten besiedelte Staat der Welt. 43 Prozent der Gesamtbevölkerung leben in der Hauptstadt Ulaanbaatar.

Obwohl das Land über wertvolle Bodenschätze verfügt, sind große Teile der Bevölkerung von Armut betroffen. Sie zeigt sich in den Elendsvierteln rund um das moderne Zentrum von Ulaanbaatar. Hier wohnen die Menschen in traditionellen Jurten und leben von Gelegenheitsjobs. Es sind Nomaden, die in der Großstadt ihr Glück gesucht, aber nicht gefunden haben.

Die Don Bosco Schwestern sind seit 2006 in der Mongolei präsent. Sie leiten in der Hauptstadt einen diözesanen Kindergarten und eine Volksschule und sind in der Pfarre und im Jugendzentrum tätig.

Interview mit Sr. Hanako Kojima

Sr. Hanako, wann sind Sie selbst zum ersten Mal den Don Bosco Schwestern begegnet?
Als ich im Kindergarten war, trat meine Schwester als Kandidatin bei den Don Bosco Schwestern ein. Da wurde mein Interesse zum ersten Mal geweckt.

Warum sind Sie Ordensschwester geworden?
Seit ich im Kindergarten war, hatte ich den Traum, Schwester zu werden, aber er war noch sehr vage. Sehr früh kam in mir der Wunsch auf, mit Menschen zu arbeiten. Ausschlaggebend für meine Berufung zur Ordensschwester waren letztendlich Exerzitien, die ich als Studentin gemacht habe. Dort spürte ich tief in mir, dass Gott mich auserwählt hat.

Mit welchen Schwierigkeiten kämpfen die Kinder in der Mongolei?
Es ist ganz schwierig für die Menschen, Arbeit zu finden. Die Preise steigen von Jahr zu Jahr, das bedeutet, dass alle in großer Armut leben. Die Eltern können nicht die Dinge kaufen, die sie zum Leben brauchen. Sie trinken sehr viel und der Alkoholismus schafft Probleme zu Hause. Da die traditionelle mongolische Jurte keine Trennwände hat, sind die Kinder Alkoholismus, Gewalt und Missbrauch ungeschützt ausgesetzt.

Wie unterstützen Sie die Kinder?
Die Kinder, die in die Pfarre kommen, können wir begleiten. Wir unterrichten den Katechismus oder wechseln zwei, drei Worte nach der Messe mit ihnen. Diejenigen, die nicht zur Messe kommen, rufen wir an oder schicken ihnen eine Nachricht, um die Beziehung aufrechtzuerhalten. In den Schulen ist es gesetzlich verboten, Religion zu unterrichten, Kreuze oder Heiligenstatuen aufzustellen, zu beten oder über Gott zu sprechen. Aber wir begleiten die Kinder im persönlichen Gespräch und versuchen, durch unsere Freundlichkeit und unser Mit-ihnen-Sein die Liebe Gottes zu vermitteln und ihnen gute Anregungen für ihr Leben mitzugeben.

Wenn Sie sich etwas für die Kinder in der Mongolei wünschen könnten, was wäre das?
Auch wenn das Leben schwierig ist, so hoffe ich, dass sie die Freude und die Schönheit des Lebens erkennen dürfen, dass ihr Selbstvertrauen gestärkt wird, und dass sie nicht vergessen, Träume und Hoffnung zu haben. Ich möchte auch, dass sie zu Menschen heranwachsen, die für sich selbst entscheiden können, was „richtig“ ist, ohne von anderen beeinflusst zu werden.

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