Flucht vor dem Terror

Seit mehr als drei Jahren befindet sich die nördliche Provinz Mosambiks, Cabo Delgado, in einem Ausnahmezustand. Selbsternannte islamische Gotteskrieger führen Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Die Don Bosco Schwestern in Pemba und Chiure helfen verzweifelten Familien, die vertrieben wurden.

Text: Karoline Golser
Fotos: FMA Mosambik

Eine ganze Region liegt in Schutt und Asche. Dörfer werden niedergebrannt, Menschen auf grausame Weise getötet, darunter auch zahlreiche Kinder. Laut UN sind bereits 670.000 Menschen aus Cabo Delgado geflohen, mit Juni soll es eine Million sein.

Untragbare Zustände
Zwei Gemeinschaften der Don Bosco Schwestern liegen in dem Gebiet, in dem die meisten Vertriebenen Zuflucht suchen: Pemba und Chiure. Die Provinzleiterin, Sr. Zvonka Mikec, berichtet von untragbaren Zuständen: „Hier in Mosambik erleben wir gerade Momente großer Sorge. Unser Haus in Chiure ist ein Treffpunkt für viele Vertriebene aus dem Kriegsgebiet. Hunger und Elend herrschen hier. Meine Mitschwestern bieten in den Innenhöfen unserer Schulen verzweifelten Familien, die einfach nicht mehr weiterwissen, Unterschlupf. Auch einheimische Familien bieten Platz in den Hinterhöfen ihrer Häuser an oder helfen beim Bau von einfachen Lehmhütten.“

Krieg, Corona, Überschwemmungen
Die Flucht ist nicht das einzige Problem vor Ort. Überschwemmungen und anhaltende Dürre erschweren die Bestellung der Felder. Die Menschen sind so hungrig, dass sie sogar nach Samen graben, die andere zuvor gesät haben. Die Situation aufgrund der Covid-19-Infektionen ist unübersichtlich und erschwert das Leben der Bevölkerung zusätzlich. „Meine Mitschwestern haben Tausende von Masken für die vertriebene Bevölkerung genäht“, so Sr. Zvonka.

Foto: FMA Mosambik

Hilfe für Geflüchtete
Einige Schwestern arbeiten mit der Caritas der Diözese zusammen. So bieten sie etwa 250 Familien aus den umliegenden Dörfern Hilfe an. Und in einer Bäckerei, in der vor allem Jugendliche der Umgebung beschäftigt werden, wird jetzt Brot für die Vertriebenen gebacken.

Für Neugeborene gibt es das Projekt „Isabelinha“, das Mütter und ihre unterernährten Kinder unterstützt. Immer samstags werden die Kinder untersucht und erhalten eine Wochenration Milchpulver und aufbauende Nahrungsergänzung.

Seit letztem Herbst haben die Schulen der Schwestern wieder geöffnet – eine Grund- und Mittelschule. „Es fehlt uns aber der Platz“, so Sr. Zvonka. „Wir können viele Kinder, die dringend Hilfe brauchen, nicht mehr aufnehmen.“

Es brennt an allen Ecken und Enden. „Aber“, so Sr. Zvonka, „wir Don Bosco Schwestern glauben an die Vorsehung, die – zumindest teilweise – all diesen Kindern und Jugendlichen helfen kann.“

Die Missionsprokur der Don Bosco Schwestern unterstützt die Menschen in Mosambik. Helfen auch Sie mit Ihrer Spende! Weitere Infos auf www.fmamission.de

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