Auszeit mit Lena

Die Kinder der Teepflückerinnen

Das Jugendbildungszentrum „Savio house“ in der Kleinstadt Bollington in England bietet jungen Menschen zwischen acht und 18 Jahren Einkehr- bzw. Orientierungstage an. In ihrem Freiwilligeneinsatz mit VIDES hat Lena Blume diese Tage mitgestaltet.

Text: Karoline Golser
Foto: privat

Sechs Monate verbrachte die 18-jährige Münchnerin im „Savio house“ der Salesianer Don Boscos. Mit drei weiteren Freiwilligen und einem Teamleiter begleitete sie Schülerinnen und Schüler während ihres Aufenthaltes im „Retreat Center“.

Ein Team bilden
„Das Volontariat startete mit Schulungen, zum Beispiel zu Erster Hilfe, dem richtigen Umgang mit Lebensmitteln oder Gesundheit und Sicherheit“, erzählt Lena. „Dann lag der Fokus auf Teambildung, denn wir sollten uns gegenseitig vertrauen können, damit die Arbeit klappt. Keiner von uns Volontären hatte zuvor mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Wir haben alle bei null angefangen.“

Ran an die Arbeit
Dann kamen die ersten Busse, die ersten Schulklassen. „Es war einfacher als gedacht“, meint Lena auf die Frage hin, wie es ihr mit der ersten Schar Kinder ergangen ist. Gerade die Jüngsten stellten ihr eine Unmenge an Fragen. „Ich verstand sie leider noch nicht so gut. In diesem Alter nuscheln die Kinder oft noch in sich hinein. Dass ich so oft nachfragen musste, war ihnen aber völlig egal.“

In den folgenden Monaten hat Lena mit ihren Kollegen Gemeinschaftsspiele vorbereitet, Themen für Diskussionsrunden überlegt, spirituelle Impulse begleitet. Auch das in der salesianischen Tradition stehende „Gute-Nacht-Wort“ gehörte zu ihren Aufgaben. Viele davon hat Lena selbst verfasst. „Vor allem die Jüngeren fanden dieses Ritual großartig“, erzählt sie.

Großartig empfanden die Kinder und Jugendlichen auch, dass ihre Betreuer ständig anwesend waren. Den ganzen Tag, ohne Pause. „Vom Frühstück weg bis zum Schlafengehen waren wir umgeben von Kindern oder Jugendlichen – außer beim Abwasch“, lacht Lena. „Es war eine schöne Zeit!“

Der Blick zurück
Eine Zeit, die ihr persönlich viel gebracht habe: „Ich merke, dass ich viel selbstständiger geworden bin und mir der Umgang mit Menschen leichter fällt. Ich gehe jetzt offener auf andere zu.“ Dazu beigetragen habe die Erfahrung, für andere verantwortlich zu sein. Dass sie das einzige Mädchen im Team war, bekam sie nie zu spüren. Dass sie die Jüngste war, schon öfter: „Die anderen kamen vom Studium, ich gerade vom Abitur. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass ich mich mehr bemühen musste, um mich durchzusetzen! Und komisch war es auch, Jugendliche begleiten zu dürfen, die nur ein paar Monate jünger waren als ich.“

In Kontakt bleiben
Lenas Volontariat endete im Februar 2020, trotzdem hat sie nach wie vor Kontakt zu ihren ehemaligen Kollegen und den Salesianern vor Ort. Das „Savio house“ ist wie viele andere Jugendeinrichtungen vorübergehend wegen Covid-19 geschlossen. „Über Skype erzählen wir einander, wie es uns so geht, welche Aufgaben erledigt werden müssen, obwohl das Haus zu ist“, erzählt Lena. „Wird ein Raum neu gestrichen, überlegen wir zum Beispiel gemeinsam die Farbe. Es ist so, als würden wir wieder abends zusammensitzen und reden.“

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