Alix in Riobamba

VIDES-Volontärin Alix aus Stoffen bei Landsberg am Lech ist seit acht Monaten in Riobamba, Ecuador. Dort führen die Don Bosco Schwestern zwei Schulen mit circa 1.200 Schülerinnen im Alter von vier bis 17 Jahren. Alixʼ Aufgaben sind vielfältig. Mariam hat nachgefragt, wie es ihr geht. 
Interview: Karoline Golser  Fotos: Alix Degenfeld

Du lebst in einer Gemeinschaft mit Don Bosco Schwestern. Was hat dich am meisten dabei überrascht?

Was mich am Anfang am meisten überrascht hat, war die große Gastfreundschaft der Schwestern. Ich selbst besuchte das Gymnasium der Missionsbenediktiner in St. Ottilien und habe mitbekommen, wie die Mönche leben. Dort gab es sehr selten Anlässe, zu denen Fremde ins Kloster durften. Hier bei den Don ­Bosco Schwestern ist das komplett anders. Es sind regelmäßig Gäste beim Essen da, aber auch für Übernachtungen. Diese Gastfreundschaft und Offenheit finde ich sehr schön.

 

Was sind deine Aufgaben? 

Ich bereite die Schülerinnen auf die Erstkommunion vor, unterrichte Religion in der 12. und 13. Klasse des „Bachillerato técnico María Mazzarello“, bilde Ministrantinnen aus, unterstütze die Jugendgruppe „Colmena“ und helfe mit bei allem, was es noch so zu machen gibt, ­besonders in der Schulpastoral.

 

Jeden Samstag gibt Alix Schülerinnen Vorbereitungsunterricht für die Erstkommunion.

Du bereitest im Oratorium Schülerinnen auf die Erstkommunion vor. Inwiefern unterscheidet sich die Vorbereitung in Ecuador von der in Deutschland?

Da gibt es tatsächlich große ­Unterschiede. Die Kinder empfangen hier später die Erstkommunion, erst mit zehn oder elf Jahren. Die Vorbereitung ist wesentlich intensiver. Zwei Jahre lang kommen die Schülerinnen jeden Samstag zur Katechese. Es gibt auch für jede „Stufe“ der Vorbereitung ein eigenes Buch. Sehr beeindruckt bin ich hier aber vor allem von dem Engagement der „catequistas“ (Katecheten). Das sind zum größten Teil Schülerinnen der Oberstufe, die samstags noch die Motivation haben, die jüngeren Schülerinnen auf die Erstkommunion bzw. Firmung vorzubereiten.

 

Deine Aufgabe im neuen Halbjahr ist der Religionsunterricht einer 12. und 13. Klasse. Wie kam es dazu, und was macht dir dabei am meisten Spaß?

Vor zwei Jahren war Clara, eine ­Freundin von mir, Volontärin in Riobamba. Sie hat damals Religion und Sport unterrichtet. Dadurch wusste ich, dass so was grundsätzlich möglich ist. Bei meiner Ankunft im September waren meine Spanischkenntnisse aber noch nicht so toll. Vor Beginn des zweiten Halbjahrs habe ich Sor Mercy, die Direktorin der Schule, gefragt, ob ich im zweiten Halbjahr unterrichten dürfte. Es macht mir wirklich großen Spaß, sodass sich sogar schon manchmal der Gedanke in meinen Kopf verirrt hat, vielleicht doch Lehramt zu studieren. Sehr positiv ist, dass die Schülerinnen wesentlich netter zu den Lehrern sind, als ich das von meiner eigenen Schulzeit in Deutschland kenne. Ich versuche, den Unterricht möglichst abwechslungsreich zu gestalten. Am schönsten ist es, wenn ich meine Schülerinnen zum Lachen bringen kann.

 

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