Mariam: Über die Grenzen 1-2019

Don Bosco Schwester Josmy Jose ist Initiatorin der VIDES-Gruppen in der Provinz Bangalore, Indien. Auch die VIDES-Gruppe in der Kleinstadt Angamaly wurde auf ihre Anregung hin gegründet.

Freiwillig unterwegs in Angamaly

Hierzulande bedeutet ein „Freiwilligendienst“, dass ein junger Mensch seine Koffer packt und ins Ausland reist, um sich für andere Menschen zu engagieren. Beim Freiwilligendienst VIDES der Don Bosco Schwestern setzt sich der Großteil der Freiwilligen allerdings vor Ort für andere ein. Weltweit gibt es 200 lokale VIDES-Gruppen in 43 Ländern. Eine davon ist die VIDES-Gruppe in Angamaly in Südindien, ins Leben gerufen von Don Bosco Schwester Josmy Jose. 


Text: Katharina Gregull, Fotos: Don Bosco Schwestern, Kerala

Die kleine Stadt Angamaly liegt im Bundesstaat Kerala im Südwesten von Indien. Seit 2017 gibt es in der Schule der Don Bosco Schwestern  eine VIDES-Gruppe. Schwester Josmy Jose ist Initiatorin dieser und vieler weiterer lokaler VIDES-Gruppen in der gesamten Provinz Bangalore. 

Ehrenamt fördern
Schwester Josmy Jose hat fünf Jahre lang in Rom studiert und dort viele internationale VIDES-Freiwillige kennengelernt. Ihr fiel auf, dass es in ihrer Heimat Indien kaum junge Leute gibt, die sich ehrenamtlich betätigen. Nach ihrer Rückkehr wollte sie junge Menschen dazu motivieren, sich auf lokaler Ebene für andere einzusetzen. Mittlerweile zählt die Provinz 400 Mitglieder, der Großteil sind Kinder im Alter zwischen zehn und 13 Jahren. „Wir leben in Südindien in einer multikulturellen und pluralistisch religiösen Gesellschaft. Das Besondere an VIDES ist, dass alle willkommen sind, egal, welcher Kaste oder welcher Religion sie angehören. VIDES schließt niemanden aus“, erklärt Schwester Josmy Jose.

Wie setzen sich die Kinder für andere ein?
Die Kinder von „Junior VIDES“ in Angamaly werden von den Schwestern und Mitarbeiter/innen begleitet, um ein Verständnis dafür zu bekommen, was sich in ihrem Umfeld tut und wie sie sich schon in jungen Jahren für andere einsetzen können. Die Schüler/innen bekommen einen VIDES-Ausweis. „Wir unterstützen Mitschüler/innen beim Lernen. Es gibt Aktionstage, wo wir den Schulcampus und die Umgebung von Müll befreien, um die Umwelt zu schützen. Manche von uns gehen zu ärmeren Familien in ihren Dörfern, bringen ihnen etwas zu essen und unterhalten sich mit ihnen“, erzählen die Kinder über ihr Engagement.

Regelmäßige Treffen der VIDES-Gruppen
Die VIDES-Treffen finden einmal im Monat statt und dauern ein bis zwei Stunden. „Die Kinder tauschen sich aus oder bringen sich aktiv mit Vorschlägen ein“, erzählt Schwester Josmy Jose. „Darüber hinaus haben wir auch Gruppen mit jungen Frauen. Sie treffen sich einmal die Woche, um zum Beispiel Unterricht am Abend anzubieten oder im Altersheim vor Ort mit den Menschen Zeit zu verbringen.“

Hilfe nach dem Hochwasser im Sommer 2018
Das Engagement richtet sich nach den Bedürfnissen der Menschen. Nach dem verheerenden Hochwasser im Sommer in Kerala konnte Schwester Josmy Jose VIDES-Gruppen animieren, sich bei den Aufräumarbeiten zu beteiligen. Die „Junior VIDES“-Gruppe von Angamaly sammelte Lebensmittel und Hilfsgüter für die betroffenen Familien. Jugendliche und junge Erwachsene halfen beim Reinigen der Häuser, bei der Ausgabe von Wasser und Lebensmitteln sowie beim Wiederaufbau von zerstörten Häusern.

„VIDES hat einen positiven Einfluss auf die Kinder. Das bemerken auch die Lehrer und die Eltern“, erzählt Schwester Josmy Jose. „Ich wünsche mir für die Kinder, dass sie auch in Zukunft einen Beitrag für die Gesellschaft leisten wollen und werden. Mit ihren Aktivitäten für VIDES sollen sie begreifen, dass sie selbst immer wirksame Hauptakteure sein können, wo immer sie auch sind!“

VIDES-Gruppen halfen nach dem Hochwasser im Bundesstaat Kerala im Sommer 2018 bei den Aufräumarbeiten.
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