„Ich nehme die Dinge so, wie sie sind …“

Seit über zehn Jahren arbeitet Monika Mühlthaler im Ökonomat der Don Bosco Schwestern in Salzburg. Vorher lebte die gebürtige Tirolerin 21 Jahre als Laienmissionarin im Urwald Venezuelas. Im Gespräch mit Mariam gibt sie Einblicke in die Zeit von heute und damals.
Text/Foto: Markus Höllbacher

„Mein Leben in der Missionsstation in Mavaca war wirklich perfekt. Es war ein Traumjob, und Gott schenkte mir viele Talente, die helfen, dort zurechtzukommen“, erzählt Monika. Eines dieser Talente liege in der Fähigkeit, mit ganz wenig auszukommen und trotzdem – oder gerade deshalb – glücklich zu sein. Ihr Missionseinsatz beim Stamm der Yanomami war ursprünglich nur für vier Monate geplant. Es folgte ein weiteres Jahr. Am Ende
waren es 21.

Der Entscheidung, wieder nach Österreich zurückzukommen, lag eine pragmatische Frage zugrunde. „Mit 40 musste ich mich natürlich fragen, wie es mit meinem Leben weitergehen wird. Wie wird es sein, wenn ich alt bin? Wo und wovon werde ich leben? Sollte ich mich entscheiden, mir in meinem Heimatland eine Existenz aufzubauen, dann würde das von Jahr zu Jahr schwieriger werden.“

Es mag eine Fügung gewesen sein, dass sich die Möglichkeit bot, im Ökonomat der Don Bosco Schwestern im damaligen Österreichischen Provinzialat in Salzburg mitzuarbeiten. Schließlich war Monika auch in ihrer Missionstätigkeit unter anderem mit Verwaltungs- und Organisationsaufgaben betraut. So kam es, dass sie nach über zwei Jahrzehnten wieder in der westlichen Zivilisation Fuß fasste.

 

Erfahrungen an junge Menschen weitergeben

Ob es denn für sie nicht hart gewesen sei, ihr vertrautes und geliebtes Leben hinter sich zu lassen? „Ich bin ein Mensch“, sagt Monika nach kurzem Nachdenken, „der die Dinge gut so nehmen kann, wie sie sind.“ Möglicherweise hat ihr geholfen, dass sie die ersten Jahre nach ihrer Rückkehr bei VIDES, dem Freiwilligendienst der Don Bosco Schwestern, ­mitgearbeitet hat. Hier konnte sie viele Erfahrungen an junge Menschen weitergeben, die sich auch auf den Weg machen, um benachteiligte Menschen in Entwicklungs- oder Schwellenländern zu unterstützen. 

Das Engagement für VIDES hat sie vor zwei Jahren schweren Herzens zurückgelegt. Einerseits bleibt seit der Vereinigung der Deutschen mit der Österreichischen Provinz dafür keine Zeit mehr, andererseits fühle sie sich mittlerweile dafür zu alt. „Bei den Vorbereitungstreffen bis in die frühen Morgenstunden zusammenzusitzen und über Gott und die Welt zu plaudern, das geht jetzt nicht mehr“, sagt sie mit einem kleinen Schmunzeln.

Die Arbeit im Ökonomat hingegen fällt ihr leicht. „Ich bin ein Kopfmensch. Und auch, wenn man das im ersten Moment nicht so vermutet: Im Missionseinsatz hilft das sehr.“

 

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