Mariam 2-2019: Aus der Provinz

Da zu sein für alle, die Sorgen haben oder geistlich begleitet werden möchten – eine Aufgabe, die Schwester Katharina Schmid nach wie vor gerne erfüllt.

„... die schönste und erfüllendste Aufgabe ...“

Don Bosco Schwester Katharina Schmid war viele Jahre in der Ausbildung der Schwestern tätig, hat Leitungsaufgaben übernommen und war von 1991 bis 1997 Provinzleiterin der Provinz Deutschland. Heute lebt sie mit drei Mitschwestern in Magdeburg in der Pfarre St. Josef – ein besonderer Standort, wie sie im erzählt.

Interview: Karoline Golser, Foto: Sr. Bernadeth Geiger

Schwester Katharina Schmid, alt waren Sie, als Sie das erste Mal Don Bosco Schwestern begegnet sind? Welche Erinnerung haben Sie daran?
Ich war 13 Jahre alt. Sie kamen im Jahr 1950 in mein Heimatdorf Rottenbuch ins sogenannte „Schloss“. Ich war nicht wenig überrascht, als da plötzlich in einer Werktagsmesse Schwestern in der Kirche waren. Bald darauf erzählten meine Schulfreundinnen mit Begeisterung, dass sie sonntags ins „Oratorium“ gehen. Ich soll doch auch kommen, denn es wäre so schön. Das war nicht so einfach für mich. Mein Elternhaus, ein Bauernhof, war ziemlich weit vom Dorf entfernt, und ich musste mit einer meiner Schwestern auch am Sonntag die Kühe hüten. Eines Ta- ges – ebenfalls beim Viehhüten – begegnete ich zum ersten Mal zwei Don Bosco Schwestern, die einen Spaziergang mach-ten. Sie sprachen mich freundlich an, interessierten sich für mich, schenkten mir eine Maria-Hilf-Medaille und luden mich ins Oratorium ein. Dieser Einladung folg-te ich dann gern, lernte die Schwestern kennen in ihrer Liebe zu uns Kindern, ihrem Frohsinn und ihrer Lebendigkeit. Besonders faszinierten mich die vielen jungen Novizinnen.

Sie waren viele Jahre in der Ausbildung tätig, haben Leitungsaufgaben übernommen. Wären Sie nicht Don Bosco Schwester geworden, wo würden wir Sie heute treffen?
Ich hätte sicher geheiratet und eine Familie gegründet. Ein Studium zu absolvieren, war wegen der damaligen weiten Entfernung von höheren Schulen und der damit verbundenen hohen Kosten nicht möglich. So würden Sie mich – wie viele Jugendliche von damals und wie meine leiblichen Schwestern – wohl als Großmutter in einer Familie mit vielen Enkeln und Großenkeln antreffen.

Welche der vielen und sehr unterschiedlichen Aufgaben in Ihrem Ordensleben haben Sie erfüllt und bereichert?
Als Erzieherin leitete ich neun Jahre das damalige Mädchenwohnheim „St. Ermelinda“ mit 75 Mädchen und jungen Frauen. Das war für mich die schönste und erfüllendste Aufgabe, die ich gerne lange Zeit fortgesetzt hätte, doch wieder wurden mir Aufgaben auf Provinzebene übertragen. Die Aufgabe der Provinzleitung hat mich durch vielfältige Erfahrungen bereichert und mich vor allem durch die Nähe zu meinen Schwestern erkennen lassen, welche Schätze sie in sich bergen.

Sie sind mit drei Mitschwestern in der Pfarrei St. Josef tätig. Wie sehen Ihre Aufgaben heute aus?
Die Gemeinschaft wurde vor neun Jahren für Schwestern gegründet, die Jahr-zehnte hindurch in der Kinder- und Jugendarbeit tätig waren und sich weiterhin in sinnvollen, altersentsprechenden Aufgaben einsetzen möchten. Im Geist unserer Ordensgründer leben wir unser Ordensleben in einem Umfeld, in dem 85 Prozent der Bevölkerung keiner Konfession oder Religion angehören.

Seit Beginn an ist die pastorale Mitarbeit in der Pfarrgemeinde unsere Aufgabe. Neben Lektorinnen- und Kommunionhelferinnendiensten wechseln wir uns in der Vorbereitung von Gebetszeiten, Andachten und Anbetungen ab. Wir besuchen Kranke aus der Pfarrei im nahegelegenen Klinikum oder in ihrem Zuhause. Wir sind Ansprechpartnerinnen für
alle, die sich ein wenig Zeit und ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Freuden wünschen oder geistlich begleitet sein wollen.

Nach wie vor unterstützen wir tatkräftig bedürftige Flüchtlinge und besuchen nach Möglichkeit kinderreiche Flüchtlingsfamilien. Durch unsere Teilnahme an Begegnungsnachmittagen mit Einheimischen und Flüchtlingen tragen wir zu ihrer Integration bei.

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