Mariam 1-2019: Aus der Provinz

Don Bosco Schwester Irene Eisenreich leitet seit sechs Jahren die Kindertagesstätte in Benediktbeuern.

Die Freude an der Schöpfung

Don Bosco Schwester Irene Eisenreich ist seit über 20 Jahren für Kinder und Jugendliche da – als Kindergartenpädagogin, Erzieherin und seit 2012 als Leiterin der Kindertagesstätte in Benediktbeuern. In Mariam erzählt sie, wie sie zu den Don Bosco Schwestern fand, welche Herausforderungen sich in der Kinderbetreuung heute zeigen und wie sie Kinder den achtsamen Umgang mit der Natur lehrt.
 

Interview: Karoline Golser, Foto: Markus Höllbacher

Schwester Irene Eisenreich, was ist Ihre erste Erinnerung an eine Don Bosco Schwester? 
Meine erste Erinnerung ist mein erster Besuch bei den Don Bosco Schwestern in München. Bei uns in der Region gab es sie nicht. Ich habe in München im Provinzialat angerufen, ob ich einmal kommen darf, um die Don Bosco Schwestern kennenzulernen.

Nach dieser Begegnung durfte ich eine Woche bei ihnen im Heim „Maria Auxilium“ mitleben. Die offene, fröhliche Atmosphäre der Schwestern war für mich sehr angenehm. Ich durfte in alle Bereiche gehen, ob Küche, Musikunterricht, Werken, ja, sogar in den Kindergarten. Es war mein erstes „Schnupperpraktikum“ im Kindergarten, das ich nie vergessen werde. Zugleich gab es die Einladung zum Gemeinschaftsgebet.

Diese Woche war für mich ein Geschenk! Ich habe gespürt, dass dies meine Berufung ist. Und auch heute noch teile ich gern mein Leben mit meinen Mitschwestern.

Sie arbeiten seit mehr als 20 Jahren in der Kinderbetreuung. Welche Herausforderungen zeigen sich heute?
Die Zeit der Eltern mit und für die Kinder ist häufig knapp geworden. Eine ganz wichtige und wesentliche Herausforderung ist heute, den Kindern einfach Zeit zum Spielen zu geben. Kinder gehen oft nachmittags zum Kindertanz, zum  Schwimmkurs, zum Fußball. Das ist nicht schlecht, doch dadurch kommt die Zeit für das einfache Spielen in der Familie zu kurz.

Die Schöpfung ist Ihnen ein Anliegen. Wie kann man Kindern dieses Thema heute vermitteln?
Wir haben mit den Vorschulkindern jeden Monat einen Aktionstag mit dem „Zentrum für Umwelt und Kultur“ in Benediktbeuern. Im November zum Beispiel durften die Vorschulkinder im Klostergarten verschiedene Sachen auf der Wiese sammeln und danach nach Farben auf bunte Tücher legen. Die Kinder sind begeistert von diesen Angeboten. Die Freude an der Schöpfung ist einfach wertvoll.

Einmal im Jahr findet unser 14-tägiges Waldprojekt für alle Kinder statt. Sie lernen dabei, ihre eigene Fantasie im Umgang mit den Dingen aus dem Wald zu entfalten. Für manche Kinder – auch auf dem Land – ist das eine echte Herausforderung, weil sie auch zu Hause wenig mit „Dreck“ spielen dürfen. Wenn die ersten Waldsuppen entstehen und Holzstücke als Kochlöffel dienen, ist manchmal schon eine Woche vergangen.

Der achtsame Umgang mit den Tieren, die uns in dieser Zeit begegnen, ist für die Kinder prägend. Wir ziehen die Frösche nicht an den Beinen oder treten auf ein Schneckenhaus. Bei uns werden keine Blätter abgerissen, sondern wir nehmen die Blätter, die bereits am Boden liegen. Das sind ganz praktische Dinge, um so gemeinsam dazu beizutragen, dass Gottes schöne Schöpfung erhalten bleibt.

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