Einfach salesianisch

Während ihrer Gymnasialzeit lebt Margareta Walder-Grabner drei Jahre im Internat der Don Bosco Schwestern in Innsbruck. „Die beste Zeit meines Lebens“, wie die heute 41-Jährige betont. Seit 2004 ist die studierte Theologin Salesianische Mitarbeiterin Don Boscos. 

Text und Foto: Karoline Golser

Schon am ersten Abend im Internat wurden ihre Vorstellungen von Ordensschwestern auf den Kopf gestellt. Die 15-jährige Margareta ist beeindruckt, als sich die Don Bosco Schwestern nach dem Abendessen gemeinsam mit den Heimbewohnerinnen auf dem Volleyballplatz einfinden. „Ich habe mir damals gedacht, ich sehe nicht recht. Ich hatte ein ganz anderes Bild von Ordensschwestern. Dass sie ... ja, irgendwie züchtig sind und streng. Aber diese Schwestern hier waren sich nicht zu schade, mit uns Mädels zu spielen.“

Die gebürtige Osttirolerin bleibt oft übers Wochenende im Internat. Sie fühlt sich hier sehr wohl. Familiär sei es gewesen und heimelig. Sie besucht auch regelmäßig die Morgenmesse mit den Schwestern. Auf Einladung ihrer damaligen Erzieherin, Sr. Maria Rathgeb, nimmt sie an ihren ersten Exerzitien in Völs am Schlern teil. Ein nächstes Aha-Erlebnis für die junge Frau. „Da ist bei mir eine Welt aufgegangen“, erzählt Walder-Grabner. Zu dieser Zeit kamen in ihr Überlegungen auf, selbst dem Orden beizutreten. „Es war dies eine wichtige und intensive Zeit der Gott-Suche für mich. Schließlich fiel die Entscheidung für Partnerschaft und Familie. Ich spürte, ich trage das Salesianische ja in mir, und jetzt lebe ich es an diesem Ort.“

Die eigene Spiritualität entdecken
Nach ihrer Reifeprüfung beginnt sie das Lehramtsstudium der Theologie und Textilen Gestaltung in Salzburg. Sie fährt oft durch ganz Österreich, um an Veranstaltungen der Don Bosco Familie teilzunehmen und diese später mitzugestalten. „Diese Treffen und Begegnungen mit anderen jungen Menschen haben mir gutgetan. Ich spürte, wir sind gemeinsam unterwegs, haben das gleiche Ideal, die gleiche Spiritualität. Ich fühlte mich wohl und angenommen.“

Nach einer Bolivienreise steht für sie fest, dass sie Salesianische Mitarbeiterin Don Boscos werden möchte, und sie legt, wie es für die internationale Vereinigung üblich ist, ihr Versprechen ab.

Das „Salesianische“ ist einfach
Heute lebt Walder-Grabner in der Umgebung von Salzburg. Vom Haus der Don Bosco Schwestern im Stadtteil Liefering bis zu ihrer Arbeitsstelle bei den Herz-Jesu-Missionaren ist es nur ein Katzensprung. Dort organisiert und leitet sie unter anderem Workshops für Kinder und Jugendliche.

Auf die Frage, was das Salesianische ausmacht, lacht sie. „Das ist oft schwer zu beantworten. Wahrscheinlich, weil das Salesianische so einfach ist und so selbstverständlich.“ Es sei nichts, was sie aktiv tun oder ihrem Christsein hinzufügen müsse. „Es ist der Geist, aus dem heraus ich mein Leben gestalte.“ Und in weiterer Folge, wie sie mit ihrem Umfeld und ihren Mitmenschen umgehe. Diesen Geist zu leben, so Walder-Grabner, das schaffe diese besondere Salesianische Atmosphäre. Eine Atmosphäre, wie sie sie selbst vor über 20 Jahren im Internat der Don Bosco Schwestern das erste Mal kennenlernen durfte und jetzt selbst an junge Menschen weitergeben möchte.

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