"Es fühlt sich richtig an!"

Christine Großlercher hat im Herbst 2020 die Leitung des Don Bosco Hortes in Baumkirchen übernommen. Die 55-jährige Pädagogin wechselte nach über 30 Jahren Tätigkeit im Kindergarten zu den Volksschulkindern. Mit zwei Mitarbeiterinnen ist sie nun für rund 30 Kinder verantwortlich. MARIAM hat mit ihr über den Neuanfang und ein untypisches Schuljahr gesprochen. 

Interview: Karoline Golser
Fotos: privat

Frau Großlercher, ein Schuljahr und damit Ihr erstes Jahr als Hortleiterin ist bald vorbei. War es die richtige Entscheidung?

Christine Großlercher: Ich bin sehr froh, dass ich diese Veränderung noch gemacht habe. Obwohl ich meinen Beruf als Kindergartenpädagogin lange Zeit mit großer Begeisterung ausgeübt habe, habe ich für mich selbst festgestellt, dass sich die Beschäftigung mit den Volksschulkindern „richtiger“ anfühlt. Sie sind einfach auf einer anderen Entwicklungsebene, und ich genieße das zurzeit sehr.

Sie wollten ja Religionslehrerin werden …

Das stimmt, ich habe ein Jahr lang an der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule in Stams studiert. Es war ein sehr schönes Jahr. Dabei lernte ich unter anderem den Religionspädagogen Franz Kett kennen. Die Ideen und Ansätze seiner ganzheitlich sinnorientierten Pädagogik begleiten mich bis heute, und es macht Spaß, sie bei den Sechs- bis Zehnjährigen in der Praxis anwenden zu können.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Gemeinsam mit den Kindern gestalte ich „Bodenbilder“, bei denen nach und nach ein plastisches Bild aus einfachen Materialien wie Tüchern, Bällen, Holzstücken, Steinen etc. auf dem Fußboden entsteht, während ich eine Geschichte aus der Bibel erzähle.

Warum haben Sie das Studium nicht beendet?

Der Kindergarten meiner Heimatgemeinde stand wegen eines Unglücksfalles plötzlich ohne Leitung da und ich habe die Position übernommen. Beides ging sich zeitlich nicht mehr aus.

Vergangenes Jahr war wegen der Corona-Pandemie ein untypisches Schuljahr. Hinterlässt es Spuren bei den Kindern?

Ich denke, ja. Die Coronapandemie beschäftigt die Kinder sehr. Zwar vergessen sie im Alltag wieder darauf, es kommt aber immer wieder hoch. Ein einfaches Beispiel: Als wir zu Weihnachten über unsere Wünsche gesprochen haben, kam es von selbst aus den Kindern: „Corona soll aufhören!“ Bei manchen Kindern habe ich auch das Gefühl, dass sie ängstlicher geworden sind. Zum Beispiel haben wir ein Kind, das wahnsinnig leidet, wenn die Mama es etwas später abholt. Das ist erst seit Kurzem so.

Was wünschen Sie Ihren Hortkindern für die Ferien?

Ich wünsche ihnen, dass Corona uns wenigstens im Sommer in Ruhe lässt, damit soziale Kontakte wieder möglich sind, Traditionen und Feiern stattfinden können. Dass vielleicht der ein oder andere Urlaub stattfinden kann. Viele spannende Abenteuer in der Natur mit Freunden und Familie und natürlich langes Ausschlafen und viel Eiscreme.

Zum Don Bosco Hort Baumkirchen

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