Rauf aufs Dach!

Er ist ein handwerklicher Allrounder und am Schulstandort der Don Bosco Schwestern in Vöcklabruck nicht mehr wegzudenken: Max Thalhammer. Der Gebäudetechniker managt die Bau- und Sanierungsprojekte für die Ordensgemeinschaft. Zuletzt wurde auf 2.800 m2 Dachfläche eine Photovoltaikanlage montiert. Unsere Redakteurin ist mit Max Thalhammer aufs Dach gestiegen und hat dazugelernt.

Text/Foto: Karoline Golser

Die schmale Dachbodenleiter ist gut versteckt unter der Deckenverkleidung. Mit routinierten Handgriffen ist sie ausgefahren. Vom Wohntrakt der Schwestern im vierten Stock führt sie in einen Dachaufbau, von dem wir durch eine Ausstiegsluke auf das Flachdach steigen. Die Luft ist frisch, der Ausblick auf die Wiesen um die Don Bosco Schulen traumhaft. Um uns herum reiht sich ein Photovoltaikmodul ans nächste. Circa 250 sind es auf diesem Teilstück des Dachs, insgesamt produzieren 562 Module rund 200.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Das spart 17 Tonnen CO2-Emissionen. Die Schulen nutzen circa ein Drittel des erzeugten Stroms, die Überschussenergie wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Was so zerbrechlich aussieht, hält ganz schön viel aus: „Schnee ist für die Module gar kein Problem“, erklärt Max Thalhammer. „Auf ihnen könnte man spazieren gehen.“

Die neue Anlage ist seit September 2021 in Betrieb und eines jener Bauprojekte, die Thalhammer für die Don Bosco Schwestern beaufsichtigt hat. Der gelernte Tischler und Elektriker arbeitet bereits seit 22 Jahren am Schulstandort der Ordensgemeinschaft. Davor war er in der Betriebssicherheit der Lenzing AG beschäftigt, einem Zellulose verarbeitenden Unternehmen in der Umgebung. Vor acht Jahren hat die Provinzleitung Thalhammer mit dem technischen Gebäudemanagement für die gesamte Provinz beauftragt. Seitdem hat sich das Tätigkeitsfeld des 54-Jährigen bedeutend erweitert.

Bauprojekte, wohin das Auge reicht

Unter unseren Schuhen knirscht der Kies. Wir gehen an die Dachkante, die von einem nagelneuen Aluminiumgeländer begrenzt wird. „Eine neue Sicherheitsvorschrift“, erklärt Thalhammer. Vorschriften und Gesetze – auch darüber muss er als Gebäudetechniker Bescheid wissen. Wir stehen hier am höchsten Punkt der Schule und haben einen guten Überblick über das Gebäude. „Da drüben ist der neue Turnsaal. Vor vier Jahren wurde die Halle generalsaniert“, erzählt Thalhammer. Dann folgte der naturwissenschaftliche Saal, letztes Jahr der Sportplatz. Für die Projekte macht Thalhammer eine erste Kostenschätzung, holt Angebote ein und übernimmt die Bauaufsicht, denn: „Wenn erst mal alles verputzt ist, sieht man nicht mehr, was gemacht wurde. Da könnte man mir ja alles erzählen“, meint er. Zu guter Letzt prüft er die Rechnungen auf ihre Richtigkeit.

Arbeit an mehreren Standorten

Neben Vöcklabruck arbeitet Thalhammer an sechs weiteren Standorten der Schwestern. Regelmäßig steigt er in den weißen Lieferwagen der Don Bosco Schulen und fährt dorthin, um Wartungsarbeiten durchzuführen. Acht Gebäude gehören dazu, drei davon stehen in Bayern. Jedes Haus ist verschieden in Nutzung, Bauart und Alter. Wir verlassen das Dach. Die Dachbodenleiter wird eingefahren. Klappe zu. Es geht vier Stock tiefer in den Technikraum. Hier laufen die Kabel der Photovoltaikanlage zusammen. In weißen Kästen, den „Wechselrichtern“, wird der Gleichstrom der Anlage in Wechselstrom umgewandelt. Alles klar, aus der Steckdose kommt Wechselstrom. Habe ich in der Schule mal gelernt. Welches Kabel dann genau für was gebraucht wird, ist schon schwieriger zu verstehen. Gut, dass der Profi neben mir steht.

Und was hat er heute noch vor? „Die Sanitäranlagen der Schule müssen erneuert werden. Auch wenn das erst nächstes oder in zwei Jahren gemacht wird, steht jetzt die Planung an“, meint Thalhammer. Für heute ist also noch Schreibtischarbeit angesagt.

Um die volle Funktionalität unserer Website zu gewährleisten bzw. unser Angebot zu optimieren, setzt unsere Website Cookies. Weiterlesen …