Sr. Birgit Holtick

Nach 15 Jahren im Jugendhaus St. Altfrid des Bistums Essen arbeitet Don Bosco Schwester Birgit Holtick seit November 2017 als pastorale Mitarbeiterin in der Pfarrei St. Dionysius. Im Interview erfahren wir, was sie dabei bewegt und begeistert.
Interview: Karoline Golser

Sr. Birgit, von Anfang an sind Ihnen von Seiten der Pfarrei Angebote für Familien und junge Erwachsene ans Herz gelegt worden. Wie sieht Ihre Arbeit aus?

Ein Projekt zum Beispiel, das sich großer Beliebtheit erfreut und das schon seit einigen Jahren durchgeführt wird, ist das „Schatzprojekt des Glaubens“. Vorschulkinder mit ihren Familien werden eingeladen, sich unter einem bestimmten Motto auf „Schatzsuche“ zu begeben und dabei auch Jesus als besonderen Schatz zu entdecken. Bereits einmal durfte ich dieses Projekt gestalten, ein weiteres ist für das kommende Jahr geplant. Es ist total schön, zu erleben, wie offen und neugierig sich die Kleinsten auf so ein Projekt einlassen und irgendwie ihre Eltern „anstecken“. Die Kirche und die anschließenden Workshops sind jedes Mal randvoll. Mit Blick auf die immer leerer werdenden Sonntagsgottesdienste vielerorts für mich ein hoffnungsvolles Zeichen. Weitere Aktionen wie Familiensonntage, Fahrradtouren, ein Familienwochenende und Ähnliches sind für das nächste Jahr schon geplant.

Mit den Jugendverbänden und Messdienergruppen überlegen wir gezielt Angebote für junge Erwachsene. Dabei ist es uns wichtig, auch diejenigen anzusprechen, die der Kirche nicht so nahestehen. Und gemeinsam mit dem Vikar bin ich verantwortlich für die Messdienerpastoral auf Pfarreiebene.

Neu ist für mich die Mitarbeit in der Firmvorbereitung. Ich freu mich sehr darauf und bin beim Vorbereitungstreffen offenen, interessierten jungen Menschen begegnet, mit denen ich mich gern auf den Weg mache und denen ich unter anderem vermitteln möchte, was für ein großes Geschenk die Firmung ist.

Ein besonderes Highlight ist für mich die monatliche Don Bosco Vesper in unserer Schwesterngemeinschaft. Die jungen Menschen, die dazukommen, haben die Vesper als für sie wichtigen Ort der Begegnung mit Gott, mit sich selbst und mit Gleichgesinnten entdeckt. Viele von ihnen darf ich seit Jahren begleiten. Freundschaften sind gewachsen, (Ehe-)Paare haben sich gefunden, ein junger Mann geht seinen Weg auf die Priesterweihe zu. Es ist schön, zu erleben, wie die jungen Menschen auch einander in ihren Lebenssituationen und -entscheidungen begleiten.

 

Welche Themen brennen den jungen Menschen unter den Nägeln? Und kann Jugendpastoral hier etwas anbieten? 

Viele der jungen Menschen, mit denen ich zu tun habe, sind spirituell auf der Suche und möchten ihr Leben bewusst aus dem Glauben heraus gestalten. Sie setzen sich intensiv auseinander mit ihrem Lebensstil, mit ihrer Verantwortung in Gesellschaft und Kirche, ihrer Zukunft. Themen wie Ausbildung, Studium und Beruf sind ebenso zentral wie die Frage nach der Partnerwahl und einer möglichen Familiengründung. Dabei gibt es immer auch die Erfahrung von Brüchen und Umwegen.

Einige suchen die persönliche – auch geistliche – Begleitung, andere immer mal wieder ein Gespräch. Häufig besteht die Begleitung aber auch in einem unregelmäßigen E-Mail-Kontakt, einem Telefonat oder einer WhatsApp-Nachricht – das ist mir ebenfalls sehr wertvoll geworden als Ausdruck einer bestehenden Verbundenheit.

Es gibt auch die Fernstehenden, die, denen Kirche völlig egal ist. Aber alle verbindet die Suche nach ihrem Lebenssinn, die Frage nach der Zukunft, die Hoffnung auf ein gelingendes, glückliches Leben, das für sie gebunden ist an zuverlässige, erfüllende Freundschaften, Beziehungen, Partnerschaften. Die jungen Menschen in ihrem Suchen und Fragen ernst zu nehmen, ist meist die Tür zu einer echten Begegnung mit ihnen.

 

Gibt es ein besonderes Erlebnis mit jungen Menschen, an das Sie sich gern erinnern?

Ehrlich gesagt, das EINE besondere Ereignis gibt es nicht. Ich bin unendlich dankbar, seit vielen Jahren auf ganz unterschiedliche Weise mit jungen Menschen unterwegs sein zu dürfen. Die Begeisterung der jungen Menschen ist einfach ansteckend. Und einen gewissen Stolz spüre ich bei all diesen Begegnungen, dass ich Don Bosco und Maria Mazzarello „entdeckt“ habe – oder sollte ich besser sagen, dass ich von ihnen „gefunden“ worden bin … ?

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