Startklar

In wenigen Wochen starten elf VIDES-Volontärinnen aus Deutschland und Österreich ihren Freiwilligendienst in Afrika, Asien und Europa. Damit alles klappt, werden die jungen Frauen vom VIDES-Team gut vorbereitet. Mariam hat das dritte und letzte Vorbereitungstreffen der Volontärinnen an einem Juliwochenende in München besucht.
Text und Fotos: Karoline Golser

Würde die Weltbevölkerung aus 20 Personen bestehen und das weltweit zur Verfügung stehende Wasser nach derzeit herrschenden globalen Verhältnissen aufgeteilt, dann bekämen die Kontinente Asien, Afrika und Südamerika ein halbes Glas Wasser. Nordamerika und Europa würden gemeinsam am Tisch sitzen und zu gefüllten Wasserkrügen auch noch Wein trinken.  „Wie geht es euch dabei?“, fragt Übungsleiterin Susanne Reiter die zukünftigen VIDES-Volontärinnen. Die Antworten reichen von „beschämend“, „ungerecht behandelt“ bis zum zweckoptimistischen „Ich würde alle an meinen Tisch einladen!“.

Susanne Reiter und Marie-Luise Morgenstern vom VIDES-Team haben diese kurze Übung für die elf Volontärinnen vorbereitet, die im kommenden Herbst in ihre Einsatzländer fahren. „Damit wollen wir die Volos unter anderem dafür sensibilisieren, wie sie in den Einsatzländern wahrgenommen werden. Zum Beispiel sitzen alle Europäer für die Menschen in Afrika am gefüllten Gabentisch. Auch, wenn es in der Realität anders aussieht und in Europa ebenso starke soziale Unterschiede herrschen“, erklärt Marie-Luise. „Trotzdem sollten wir uns immer bewusst sein, wie viele Vorteile wir allein durch unser Geburtsglück genießen.“

 

Drei Tage dauert das Vorbereitungstreffen und ist durchgeplant bis zur letzten Minute. Interkulturelle Kommunikation, Rassismus, Umgang mit Niederlagen und Problemlösungsstrategien, falls doch mal etwas schiefläuft, stehen auf dem Programm. Auch dem „Kulturschock“ widmet man sich ausführlich. „Er kommt immer“, ist Marie-Luise überzeugt. „Bei der einen mehr als bei anderen – wichtig ist nur, dass jede Volontärin weiß, sie steht damit nicht allein da.“ Wie kann man sich diesen Kulturschock vorstellen? „Man empfindet Stress, weil man ständig versucht, sich anzupassen. Man beherrscht die Sprache noch nicht gut und fühlt sich fremd beziehungsweise von den Menschen vor Ort ausgeschlossen. Heimweh kommt dazu“, zählt Marie-Luise ein paar „Symptome“ auf. Ziel der Vorbereitung ist es, diese Probleme bewusst zu machen und  die Auswirkungen abzufedern. Während des Einsatzes helfen dabei die Mentoren aus dem VIDES-Team.

Don Bosco Schwester Renate Schobesberger weiß um die Probleme ihrer Schützlinge, kennt aber auch die Freude und die Glücksmomente, die ein Freiwilligendienst mit sich bringt: „Für die meisten ist es der erste Schritt in die Selbstständigkeit. Das schafft Zufriedenheit und Selbstvertrauen.“

Mit der Sendungsfeier endet das gemeinsame Wochenende. In einem Jahr gibt es ein Wiedersehen – und die Möglichkeit, von dem zu erzählen, worauf man sich die letzten Tage so intensiv vorbereitet hat.

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