Krankenschwester unter Ordensschwestern

Seit 14 Jahren arbeitet Alexandra Schaffer bei den Don Bosco Schwestern in Rottenbuch. Die diplomierte Krankenschwester sprach mit Mariam über ihren Berufsweg und wie es ist, Ordensschwestern im Alter zu begleiten.

Interview: Karoline Golser
Foto: Sr. Irene Klinger

Frau Schaffer, bevor Sie Krankenschwester geworden sind, haben Sie in einer Bank gearbeitet. Wie kam es zum Berufswechsel?

Mein Heimatort liegt nicht weit von Benediktbeuern und dem „Aktionszentrum“ der Salesianer Don Boscos entfernt. Mit ihnen besuchte ich den Missionar Pater Josef Johler in Venezuela. Mit dabei war auch eine Ordensschwester von den „Blauen Schwestern von der heiligen Elisabeth“, die damals noch die Kinderklinik St. Hedwig in Regensburg geführt haben. Sie hat mir vorgeschlagen, bei ihnen die Ausbildung zur Kinderkrankenschwester zu machen. Ein Jahr lang hat das Angebot in mir gearbeitet, dann habe ich gekündigt und wurde Kinderkrankenschwester – auf der Frühgeborenenstation in Garmisch.

Wie sind Sie zu Ihrer Anstellung bei den Don Bosco Schwestern gekommen?

Meine drei Kinder haben den Kindergarten der Don Bosco Schwestern in Rottenbuch besucht. Als mein Jüngster noch dort war, das war 2006, hat mich eine Bekannte angesprochen, die damals schon bei den Schwestern angestellt war.

Von der Frühchenstation in das Wohn- und Pflegeheim der Don Bosco Schwestern. Fiel Ihnen der Umstieg schwer?

Ich brauchte natürlich einige Zeit, bis ich mich hineingefunden habe. Doch die beiden Bereiche, die Kinderkrankenpflege sowie die Pflege älterer Menschen, haben Gemeinsamkeiten. Anders als im normalen Krankenhausbetrieb steht hier nicht so sehr das Medizinische, sondern das Fürsorgliche im Vordergrund. Zwischen dir und deinem Patienten baut sich ein Vertrauensverhältnis auf.

Bei der Arbeit mit älteren Menschen kommt man am Thema „Tod“ nicht vorbei. Wie gehen Sie damit um?

Sterben ist ein Prozess, der Stunden, Tage oder sogar Wochen dauern kann. In dieser Zeit begleite ich die Menschen und verabschiede mich auch von ihnen. Der Tod eines Menschen ist manchmal sogar für mich eine Erleichterung – dann, wenn der Weg davor mit vielen Schmerzen verbunden war. Aber gerade bei den Don Bosco Schwestern merke ich, dass manche dem Ereignis wirklich freudig entgegengehen. Sie leben darauf hin, Gott endlich zu begegnen. Das kann sehr schön sein und ich lerne viel daraus.
Früher war ich mit dem „Babynotarzt“ bei vielen Geburten dabei. So habe ich beides, den Lebenseintritt und den -austritt, schon mehrere Male erlebt. Es gibt diesen kurzen Moment, da merkst du, hier kannst du nichts beeinflussen, hier muss man dem Leben seinen Lauf lassen. Ein ganz besonderer Moment.

Inwiefern unterscheidet sich Ihre Arbeit bei den Don Bosco Schwestern von der in einem „normalen“ Seniorenheim?

Die Gemeinschaft kennt sich seit vielen Jahren. Das war während der Corona-Zeit ein Vorteil: Die Schwestern waren nicht einsam. In anderen Einrichtungen kennen sich die Bewohner untereinander oft gar nicht und sind auf den Besuch von außen angewiesen.
Außerdem hören wir im Haus über die Lautsprecher sehr oft die Laudes oder am Sonntag die Messe – das ist sehr schön. Ich erfahre auch viel über das Ordensleben von früher, das strenger war, und was die damals jungen Schwestern alles angestellt haben, um die Verbote zu umgehen. Solche Anekdoten werden öfters zum Besten gegeben und sorgen bei Schwestern und Angestellten für viel Gelächter.

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