Schwester Christina Dirnwöber

Don Bosco Schwester Christina Dirnwöber arbeitet seit viereinhalb Jahren im Don Bosco Kinder- und Jugendzentrum in Magdeburg. Die gelernte Kindergartenpädagogin sorgt dafür, dass bei den Sechs- bis Elfjährigen keine Langeweile aufkommt. 

Interview: Karoline Golser
Foto: Markus Höllbacher

Sr. Christina, Sie haben nach neun Jahren in Tirol eine neue Aufgabe in Magdeburg gefunden. Wie sieht Ihre Arbeit derzeit aus?
Unsere Einrichtung ist ein offenes Haus für Kinder und Jugendliche von sechs bis 26 Jahren, wobei momentan unsere ältesten Jugendlichen 21 Jahre alt sind. Ich bin verantwortlich für den Kinderbereich (zwischen sechs und elf Jahren). In der Freizeitgestaltung wird Billard, Fußball, Verstecken und noch vieles mehr gespielt. Die Kinder versuchen sich aber auch in Jonglieren und Diabolowerfen und zeigen dabei eine große Ausdauer im Üben. Auch bieten wir verschiedene Aktionen an, beispielsweise das Schattentheater beim Martinsfest, das Krippenspiel sowie das Sternsingen, um nur einige zu nennen. Ich betone das deshalb so ausdrücklich, da wir mit Kindern zusammenarbeiten, die keiner Kirche angehören und sich trotzdem mit uns Don Bosco Schwestern identifizieren und gerne die kirchlichen Feste, auch zusammen mit der Pfarrgemeinde, mitgestalten.

Zusätzlich führe ich verschiedene Projekte in Kindergärten durch, das heißt, ich versuche, den Kindern religiöse Feste und salesianische Heilige näherzubringen. Danach ist es für sie immer ein Highlight, in den Räumen des Jugendzentrums zu spielen.

Sie haben vom Kindergarten in die offene Kinder- und Jugendarbeit gewechselt. Worin bestehen für Sie die Unterschiede?
Für mich war es das Schwierigste, als Kindergartenpädagogin, die gewohnt ist, in Strukturen zu arbeiten und immer eine feste, bestehende Gruppe vor sich zu haben, auf einmal in der offenen Kinder- und Jugendarbeit zu stehen. Auch haben wir zu den Kindern keine Hintergrundinformationen. Es ist eine große Herausforderung, den Kontext, aus dem die Kinder kommen, in Erfahrung zu bringen und sie dann entsprechend zu fordern und zu fördern. Das ist eine echte Aufgabe, aber es lohnt sich, wenn man in die Augen der Kinder schaut.

Haben die Kinder und Jugendlichen in Magdeburg andere Bedürfnisse beziehungsweise stehen sie vor anderen Problemen, die es in Österreich nicht gibt? 
Vergleiche ich die Situation zum Beispiel mit Wien, wo ich fünf Jahre lang gearbeitet habe, stehen die Kinder und Jugendlichen in der Hauptstadt Sachsen-Anhalts vor einem großen Problem: dem Lehrermangel. Es gibt in den Schulen zu wenige Lehrer. Oft fallen Unterrichtsstunden aus, und es kann passieren, dass sie nur zwei Stunden am Tag in die Schule müssen. Das hat dann wieder die Folge, dass sie alleine zu Hause oder auf der Straße sind.

Eine Schwierigkeit, die ich bei den Landkindern in Österreich beobachtet habe, ist, dass sie alle in verschiedenen Vereinen gebunden sind und ihre Freizeit komplett verplant ist. Dieses Phänomen bemerke ich auch teilweise bei unseren katholischen Kindern hier aus unserer Pfarrgemeinde. Die Kinder und Jugendlichen dagegen, die zu uns ins Jugendzentrum kommen, bringen sehr viel Freizeit mit und freuen sich, wenn sie mit uns verschiedene Aktionen durchführen oder einfach nur spielen können.

Vermissen Sie etwas aus Österreich?
Da ich ja eine Niederösterreicherin bin, bin ich das flache Land um Magdeburg gewöhnt. Und doch ist es schön, wenn ich mit dem Zug durch Österreich fahre und die Weingärten und den Wald sehe. Was ich am meisten vermisse, sind die Mehlspeisen. Aber wenn man in ein anderes Land kommt, erweitert sich natürlich auch der Horizont, und ich habe neue Lieblingsspeisen gefunden: gehackte Stippe und Sojainka. Und meine große Begeisterung gehört dem 1. FC Magdeburg.

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