Von der Hoffnung bewegt

Jahresleitgedanke 2021 für die Don-Bosco-Familie

Von der Hoffnung bewegt
„Seht, ich mache alles neu.“ (Offb 21,5)

Jahresleitgedanke 2021 für die Don-Bosco-Familie

Viele Menschen wählen sich Leitworte für ein Jahr oder sogar für ihr ganzes Leben, die ihnen Ermutigung oder Orientierung geben. Nicht wenige Menschen geben sich auch zu Beginn eines neuen Jahres einen bestimmten Vorsatz. Der Erzieher und Seelsorger Johannes Bosco (1815-1888) gab seinen Salesianern und Jugendlichen zu Beginn eines neuen Jahres kurze Sätze mit auf den Weg, in denen er Hinweise formulierte, woran besonders gearbeitet werden sollte. Er nannte sie Strenna, wir nennen sie heute Jahresleitgedanke.

Die Praxis Don Boscos gibt es auch jetzt noch. Heute ist es der Generalobere Don Àngel Fernández Artime, der als Nachfolger Don Boscos, jedes Jahr der Don-Bosco-Familie einen geistlichen Impuls für die gemeinsame Reflexion und das gemeinsame Handeln vorschlägt. Im Jahresleitgedanken für das Jahr 2021 geht es um die zentrale Tugend der Hoffnung.

Die Angst ist kein guter Berater
Ich bin dem Generaloberen sehr dankbar für dieses Thema. Denn unsere Welt befindet sich gerade wegen der Corona-Pandemie in einer tiefen und ungeahnten Krise. Unzählige Menschen machen sich Sorgen: um die Gesundheit der Alten und Kranken, die Bildung der Kinder und Jugendlichen, den Arbeitsplatz und die wirtschaftliche Situation, den sozialen Frieden bei uns und in vielen anderen Ländern. Nicht wenige Menschen sind mutlos und verzweifelt. „Verschwörungstheoretiker“ und Angstmacher haben Hochkonjunktur. Aus Erfahrung wissen wir, dass die Angst kein guter Berater ist. Auch wenn nun Gottlob ein Impfstoff gefunden ist, so ist die Krise leider noch lange nicht überwunden.

In dieser Situation, so will der Generalobere uns mit der Strenna sagen, braucht es Menschen, die Hoffnung in sich tragen und aus dieser Hoffnung handeln. Hoffen meint, Zuversicht und Vertrauen in die Zukunft zu haben. Nur aus dieser Haltung heraus werden wir im Kleinen wie im Großen in der Lage sein, die Probleme anzugehen und zu bewältigen und etwas zum Guten zu bewegen.

Was Hoffnung bedeutet, hat die Dichterin Hilde Domin (1909-2006) für mich unübertroffen in einem schönen und doch schlichten Wort zum Ausdruck gebracht, das mich sehr anspricht: „Ich setzte den Fuß in die Luft, / und sie trug.“ Sie prägte dieses Wort gerade in einer tiefen Lebenskrise, die durch den Suizid ihrer Mutter ausgelöst worden war. Hilde Domin fand die Lösung ihrer Krise darin, dass sie begann, Gedichte zu schreiben, und daraus Kraft schöpfte. Das Verfassen von Gedichten wurde zu ihrem Lebenselixier. Die Dichterin setzte das Wort über ihren ersten Gedichtband und ließ es schließlich auch auf ihrem Grabstein anbringen.

Hoffnung aus dem Osterglauben
Gläubige Menschen, wie der hl. Johannes Bosco es war, finden den Grund und die Quelle ihrer Hoffnung im Glauben. Darauf soll auch das Schriftwort hinweisen, das zum Jahresleitgedanken gehört: „Seht, ich mache alles neu.“ (Offb 21,5). Es stammt aus dem letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes. Dieses wollte gerade den jungen Christengemeinden in der Zeit der Verfolgung und Bedrängnis Hoffnung aus dem Osterglauben machen.

Es bezeugt: Durch die Geburt, die Verkündigung, den Tod und die Auferstehung Jesu Christi hat Gott alle Chaosmächte dieser Welt ein für alle Mal besiegt. Auch wenn sie jetzt scheinbar noch stark sind, sie werden nicht das letzte Wort haben. Das letzte Wort gebührt allein Gott, und der ist nach dem Zeugnis der Bibel der „Herr der Geschichte“ und ein „Freund des Lebens“. Wer auf IHN vertraut, dem wachsen auch in schwierigen Situationen Mut und Kraft zu; der kann viel zum Guten bewegen; und der kann ein Hoffnungsträger für andere sein. Der hl. Johannes Bosco ist ein beredtes Beispiel dafür. Eine seiner Lebensmaximen lautete: „Niente ti turbi! – Nichts soll dich verwirren!“

(Pater Reinhard Gesing SDB)

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