"Ohne Vergebung geht nichts im Leben"

Father Tom erzählte von seiner Gefangenschaft in den Don Bosco Schulen in Vöcklabruck.
Der Salesianerpriester Tom Uzhunnalil war zu Gast in den Don Bosco Schulen Vöcklabruck, um von seiner Gefangenschaft im Jemen zu erzählen.

Ein Mann am Ende einer Flugzeugtreppe, abgemagert, weißes Haar und langer weißer Bart. Das Foto, dass in den Don Bosco Schulen auf die Leinwand geworfen wird, zeigt Father Tom Uzhunnalil nach seiner Freilassung aus der Gefangenschaft jemenitischer Islamisten.

Father Tom war bei den Mutter Teresa-Schwestern im Jemen in einem Altenheim tätig, als 16 Menschen, darunter vier der Schwestern, vom Islamischen Staat (IS) ermordet und er selbst entführt wurden. Eineinhalb Jahre war der indische Priester an wechselnden Orten und ohne Kontakt zur Außenwelt. Wie er die Gefangenschaft erlebte und wie ihn das Gebet durch diese Zeit getragen hat, davon erzählte der heute 61-Jährige Salesianer Don Boscos den Schüler/innen der Don Bosco Schulen in Vöcklabruck.

Starker Glaube
Seine Schilderungen machten die Jugendlichen betroffen und sie waren beeindruckt von der mentalen Stärke, die Father Tom trotz seiner Erfahrungen ausstrahlte. Nach seinem Bericht gab es viele Fragen aus dem jungen Publikum. Wurde er gefoltert? Hat er nie an Gott gezweifelt? Wie es ist, wenn man nur dasitzen kann, nichts tun kann? Wie schafft er es, dieses Erlebnis zu verarbeiten?

Auch während der 18 Monate in den Händen der Islamisten sei er nie misshandelt worden. Er sei auch nicht depressiv geworden, habe keinen Zusammenbruch gehabt, erklärte Father Tom. Sein Glaube und das Gebet haben ihn durchgetragen. Auch heute braucht der Salesianer keine psychologische Hilfe. Sein starker Glaube und immer wieder von der Gefangenschaft zu erzählen, das helfe ihm, das Geschehene zu verarbeiten.

„Ich finde es sehr bewundernswert, dass Father Tom nach all dem, was er mitgemacht hat, keine psychischen Schäden davontrug und nie aufgehört hat, an Gott zu glauben. Er betrachtet dieses Erlebnis aus einer positiven Sicht und hat es als Zeichen an uns alle gedeutet, von der Liebe Gottes zu erzählen‟, so eine Schülerin aus der 3. Klasse der BAfEP.

Den Jugendlichen gab Father Tom drei Botschaften mit auf den Weg. So ist er überzeugt, dass der Glaube und das Gebet helfen, Grenzsituationen auszuhalten und zu überwinden. Zu vergeben, auch seinen Peinigern zu vergeben, sei ein wesentlicher Bestandteil christlichen Lebens. Ohne Vergebung gehe nichts im Leben, so Father Tom. Dass er noch lebe und von seinem Schicksal erzählen kann, habe er Gott zu verdanken. Gott habe für jeden Menschen einen Weg vorbestimmt – darauf zu vertrauen, kann das eigene Leben erfüllen.

„Hier weht der Geist Don Boscos‟
Father Tom Uzhunnalil persönlich begegenen zu können, verdanken die Schülerinnen und Schüler der Missio Österreich, die ihn als besonderen Gast für den von Papst Franziskus ausgerufenen „Außerordentlichen Monat der Weltmission“ nach Österreich eingeladen haben. Father Tom kam in Begleitung von Father Shalbin Kalanchery Paul sowie KonsR Mag. Heinz Purer, Diözesandirektor von Missio Linz, und Mag. (FH) Helga Prühlinger, Bildungsreferentin von Missio Linz. 
Bischof Ludwig Schwarz, ehemaliger Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich, freute sich ebenso über die Begegnung mit seinem Ordensbruder.

In den nächsten Wochen wird Father Tom noch mehrere Vorträge halten, aber in einer Don Bosco Schule Gast gewesen zu sein, war für ihn eine besonders schöne Erfahrung. „Ich komme von einer indischen Don Bosco Schule in eine europäische Don Bosco Schule und ich spüre sofort, hier weht der Geist unseres Ordensgründers Don Boscos.‟

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