Impuls am Sonntag

von Sr. Berta Bumgerger zu Mk 10,35-45: Vom Dienen und Herrschen

Das Verb ‚dienen‘ ist ein heikler Begriff. Dieses Wort durchzieht alle Bereiche unseres Lebens und hat als Gegenpart das ‚Macht haben‘!
Das Evangelium erzählt uns, wie Jesus der Versuchung der Macht widerstanden hat. Jesus hat gezeigt: Im Reich Gottes gibt es nur die eine Macht der dienenden Liebe. Keine andere Macht übt Gott aus. Reich Gottes, das ist ein Leben in Fülle mit Gott. Daher ist es gut, die Wertmaßstäbe Gottes zu lernen und zu leben - im Hier und Jetzt.

Jede und jeder muss sicher seinen eigenen Weg finden, doch sollten wir uns die Sensibilität erhalten für das, was uns in Gottes Nähe bringt und das, was uns von ihm wegführt, weil es unser Vertrauen schwächt. Die ausgeglichene Seelenlage ist auch in geistlicher Hinsicht wichtig. Die Liebe Gottes anzunehmen, das Leben als ein Fest zu begreifen, weil Gott mich liebt, und Jesus mir in der Stille begegnen will.

Dabei ist zu bedenken, dass das Dienen nicht in der Aktivität für andere beginnt, sondern in der Begegnung mit Jesus, der mir dient und mich mit allem ausrüsten will, was ich im Dienst für andere brauche.
Jesus Christus ist bei uns, er gibt uns in diesem Dienen seinen vollen Rückhalt. Er gibt uns die Kraft dazu und den Ausblick, dass er uns hält bis in Ewigkeit. Auch hier gilt es zu vertrauen, dass Jesus genau dann hilft, wenn wir aus eigener Kraft lieber wegrennen würden als zu dienen.

(Sr. Berta Bumberger, Don Bosco Schwester in Vöcklabruck)

Impuls zum Sonntagsevangelium Mk 10, 35-45

Vom Dienen und Herrschen
Da traten Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, zu ihm und sagten: Meister, wir möchten, dass du uns eine Bitte erfüllst. Er antwortete: Was soll ich für euch tun? Sie sagten zu ihm: Lass in deinem Reich einen von uns rechts und den andern links neben dir sitzen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder die Taufe auf euch nehmen, mit der ich getauft werde? Sie antworteten: Wir können es. Da sagte Jesus zu ihnen: Ihr werdet den Kelch trinken, den ich trinke, und die Taufe empfangen, mit der ich getauft werde. Doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die diese Plätze bestimmt sind. Als die zehn anderen Jünger das hörten, wurden sie sehr ärgerlich über Jakobus und Johannes. Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die, die als Herrscher gelten, ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch aber soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein, und wer bei euch der Erste sein will, soll der Sklave aller sein. Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.

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