Impuls am Sonntag

von Sr. Sylvia Steiger Mk 1, 9, 2-10: zweiter Fastensonntag: Wenn schlagartig alles klar wird...

Wenn schlagartig alles klar wird …
Es geschieht am Berg, die drei Jünger bekommen in einem Lichtblick die Wahrheit über Jesus zu sehen. Ein Augenblick Herrlichkeit und die Zusage Gottes: „Das ist mein geliebter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!“ Plötzlich ist ihnen klar, wer Jesus ist und was uns alle erwartet. Die Wirklichkeit ist ver-klärt. Kein Wunder, dass sie drei Hütten bauen und den Moment festhalten wollen.

Ich frage mich, warum das Evangelium der Verklärung (Fest am 6. August) jeden 2. Fastensonntag gelesen wird? Es soll uns wahrscheinlich helfen, den Karfreitag und Ostern zu verstehen, denn es erklärt, wer Jesus ist und wer er sein wird und warum er diesen Weg so kompromisslos geht. Am Ende wird die Herrlichkeit das letzte Wort haben.

Und warum am Berg?
Warum nehmen so viele Menschen die Strapazen einer Bergwanderung auf sich?
Für diesen Moment des Gipfelerlebnisses! Man schaut in die Weite, bekommt den Überblick und Abstand zum Alltag, die Sorgen werden kleiner, relativieren sich.
Warum ist es so mühsam, auf den Berg zu steigen und so leicht geht’s wieder runter?
Klar kann es an der Steigung und an der Schwerkraft liegen. Aber ist es nicht so, dass das Paket mit Sorgen und Problemen, das man mit sich schleppt, plötzlich leichter geworden ist? Äußere Weite schafft innere Weite und auf einmal wird vieles klar!

Auch den Jüngern dürfte es so gegangen sein. Sie hatten ein Gipfelerlebnis der besonderen Art. Ein Blick in den offenen Himmel wurde ihnen geschenkt und sie hörten Gott reden: „Das ist mein geliebter Sohn!“ Gott sagt das auch zu uns. Das bedeutet ganz klar, dass auch wir seine geliebten Töchter und Söhne sind, es immer schon waren und für immer bleiben werden!

Herr, nimm auch uns zum Tabor mit,
um uns dein Licht zu zeigen!
Lass unsre Hoffnung Schritt um Schritt
mit dir zu Gott aufsteigen.
Dann geh mit uns vom Berg hinab
ins Tal der Alltagssorgen
und sei uns Weg und Wanderstab
durchs Kreuz zum Ostermorgen.

Liedtext von Peter Gerloff aus dem Gotteslob (Nr. 363)

(Schwester Sylvia Steiger, Stams)

Impuls zum Sonntagsevangelium, Mk 9,2-10

Die Verklärung Jesu
Sechs Tage danach nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg, aber nur sie allein. Und er wurde vor ihnen verwandelt; seine Kleider wurden strahlend weiß, so weiß, wie sie auf Erden kein Bleicher machen kann. Da erschien ihnen Elija und mit ihm Mose und sie redeten mit Jesus. Petrus sagte zu Jesus: Rabbi, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija. Er wusste nämlich nicht, was er sagen sollte; denn sie waren vor Furcht ganz benommen. Da kam eine Wolke und überschattete sie und es erscholl eine Stimme aus der Wolke: Dieser ist mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören. Als sie dann um sich blickten, sahen sie auf einmal niemanden mehr bei sich außer Jesus.

Über die Wiederkunft des Elija
Während sie den Berg hinabstiegen, gebot er ihnen, niemandem zu erzählen, was sie gesehen hatten, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden sei. Dieses Wort beschäftigte sie und sie fragten einander, was das sei: von den Toten auferstehen.

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