Impuls am Sonntag

von Sr. Maria Maul Evangelium Mk 1,21-28: „Verrückt – der ist verrückt!“

„Verrückt – der ist verrückt!“ Das scheint mir ein Satz zu sein, der eine Brücke schlagen könnte zwischen dem Evangelium zum 3. Sonntag im Jahreskreis und dem Leben Don Boscos.

Markus berichtet uns davon, dass Jesus in der Synagoge von Kafarnaum einen Menschen heilte, der von einem unreinen Geist besessen war. Heute wissen wir, dass es sich dabei auch um eine Krankheit, wie zB Epilepsie, gehandelt haben könnte. Vermutlich jedoch wird den Leuten damals das Verhalten des Menschen „verrückt“ erschienen sein.

Auch Don Bosco ist von manchen seiner Zeitgenossen anfänglich für „verrückt“ erklärt worden. Sehr bekannt ist folgende Szene: Weil Don Bosco ungewöhnliche Dinge tat und scheinbar völlig unrealistische Träume erzählte, starteten Priester-Kollegen den Versuch, ihn in die psychiatrische Anstalt zu bringen – der damit endete, dass sie selbst dort landeten!

Sowohl die Schilderung des Evangelisten Markus als auch die Tatsache, dass Don Boscos Träume wahr wurden, zeigen uns, dass Jesus immer wieder auf der Seite derer steht, die in den Augen der Menschen „verrückt“ sind. Jesus selbst redete und handelte für die führenden Juden seiner Zeit so „verrückt“, dass er dafür mit seinem Leben bezahlen musste.

Doch gerade das macht seine befreiende Botschaft aus: Er rückt zurecht, was vom ursprünglichen Gedanken Gottes her nicht recht ist – zB Menschen aufgrund ihrer Andersartigkeit zu isolieren oder Kinder auszubeuten. Wenn ganze Gesellschaften gewohnheitsmäßig das für okay halten, was gar nicht in Ordnung ist, dann ist das „zurechtzurücken“. Und das tun oft Menschen, die das Rechte erkennen und es mutig in aller Öffentlichkeit „ins rechte Licht rücken“! Dann geschieht Heilung – dann heilen einzelne Menschen und Gesellschaften als Ganze!

Wie schön, dass Don Bosco mit seinen verrückten Ideen unzähligen jungen Menschen weltweit Heilungs- und damit Hoffnungsperspektiven eröffnet hat!

(Sr. Maria Maul FMA)

Impuls zum Sonntagsevangelium, Mk 1,21-28

Die neue Lehre in der Synagoge
Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren voll Staunen über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten. In ihrer Synagoge war ein Mensch, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien: Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der Heilige Gottes.  Da drohte ihm Jesus: Schweig und verlass ihn! Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Da erschraken alle und einer fragte den andern: Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht: Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.

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