Hilfseinsatz nach Zerstörung

Im Herbst 2017 verwüstete ein Hurrikan Puerto Rico. Volontärin Elisabeth Jeller erzählt, wie die Menschen damit umgehen.

Elisabeth Jeller ist seit einem halben Jahr Volontärin in Orocovis, auf der Insel Puerto Rico. Sie arbeitet gemeinsam mit den Don Bosco Schwestern im Einsatz für die Menschen, besonders für die Kinder vor Ort. Hier erzählt sie von einem besonderen Erlebnis.

Bald ein halbes Jahr ist jetzt vergangen, als ich noch zu Hause saß und verzweifelt die Nachrichten verfolgte: Hurrikan Maria zerstörte am 20. September 2017 die Insel Puerto Rico. Keine Möglichkeit, Kontakt zur Insel herzustellen. Ungewiss, ob ich mein Volontariat antreten kann. Ich war erleichtert, endlich das OK für meinen Sozialeinsatz zu bekommen. 


Nothilfeaktion in betroffenen Dörfern
Kein Wasser, kein Strom – die Folgen des Hurrikans auf Puerto Rico sind enorm. Viele Familien haben wortwörtlich kein Dach mehr über dem Kopf, der Sturm hat es weggerissen.
Als Freiwillige aus der Hauptstadt kamen, um in den betroffenen Gegenden zu helfen, war die Motivation bei uns groß. In der Schule bereiteten wir Mahlzeiten vor, richteten Pakete mit Lebensmittel und Wasser, beluden die Autos mit Decken und Hygieneartikel. Stunden später machten wir uns vollgepackt auf den Weg, um die Spenden an betroffene Familien auszuliefern. Was ich sah, war schockierend: komplett zerstörte Häuser, von denen ich nur erahnen konnte, dass hier Familien gelebt hatten.

Lebensfreude trotz Zerstörung

Warum war dieser Tag einer der schönsten für mich in meinem bisherigen Einsatz? Noch nie habe ich eine so große und ehrliche Hilfsbereitschaft erlebt. Trotz allem, was passiert war, haben die Menschen ihre positive Lebensart nicht verloren. Die Dankbarkeit der Menschen war enorm. Auch jetzt, ein halbes Jahr nach der Katastrophe, sind noch viele Häuser ohne Strom und ohne Wasser. Doch wie die Menschen damit umgehen, ist bewundernswert. Gerade gegenüber den Kindern betonen sie: „Die Natur ist jetzt zwar zerstört, doch sie erholt sich wieder. Wir leben momentan zwar ohne Wasser und ohne Strom, doch wir haben unsere Familie, unsere Freunde, und das ist, was wirklich wichtig ist im Leben.“

Elisabeth Jeller, VIDES-Volontärin in Puerto Rico

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