Heimgerufen zu Gott: Sr. Gertrud Stickler

Am 4. Februar hat Sr. Gertrud Stickler in Turin ihr Leben in die Hände Gottes zurückgelegt.

Rückblick auf ein erfülltes Leben:

Gertrud wurde am 27. Mai 1929 in Neunkirchen (NÖ) als jüngstes von zwölf Kindern geboren. Trotz der Turbulenzen des Zweiten Weltkrieges konnte sie Gymnasium und Universität besuchen. In den Jahren ihres Studiums fand sie einen Priester, der für ihr geistliches Wachstum von großer Bedeutung war.

Als die Frage nach der Berufung zum Ordensleben im Raum stand, schrieb sie ihrem Bruder Alfons, der damals als Salesianerbruder in Turin studierte: „Sag mir, wie man es macht, Schwester zu werden.“ Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und so packte sie im Juli 1951 die Koffer und reiste nach Turin.

Nach der Profess, die sie 1954 in Italien ablegte, kümmerte sie sich zunächst um die Anerkennung ihres Doktorats in „Moderner Literatur“ und unterrichtete dann an einer Turiner Mittelschule Französisch und Religion. 1960 ging sie zusammen mit Sr. Antonia Colombo, späterer Generaloberin, zum Studium der Psychologie nach Belgien. Die beiden sollten sich damit auf eine Professur an der ordenseigenen Päpstlichen Fakultät für Erziehungswissenschaften vorbereiten. Diese Tätigkeit übte sie mehr als vierzig Jahre lange aus – zunächst in Turin, später dann an der Fakultät „Auxilium“ in Rom, deren Dekanin sie von 1980 bis 1983 war.

Im Laufe ihres Lebens hatte Sr. Gertrud diverse akademische Ämter inne und war Mitglied in verschiedenen wissenschaftlichen Gesellschaften. Über fünfzig Publikationen weisen auf eine rege Forschertätigkeit hin. Spezialgebiete waren die Religionspsychologie und die Psychologie des Geweihten Lebens. Nach ihrer Emeritierung im Jahr 2000 erfüllte sie noch einige Lehraufträge und leistete ihre Dienste immer wieder in Afrika.

Am 9. Dezember 2010 erhielt sie das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Im selben Jahr kehrte sie aus gesundheitlichen Gründen nach Turin zurück, in jenes Haus, in dem sie knapp sechzig Jahre davor den Weg in die Ordensgemeinschaft begonnen hatte. Die letzte Phase ihrer Krankheit durchlebte sie trotz vieler Schmerzen mit Gelassenheit und Stärke.

Die Mitschwestern deiner Heimat bedanken sich bei dir, Sr. Gertrud, für die Seminare die du auch in Österreich gehalten hast. Der Herr schenke dir Frieden und Fülle in IHM.

(Sr. Maria Maxwald)

Zurück zur Übersicht

Um die volle Funktionalität unserer Website zu gewährleisten bzw. unser Angebot zu optimieren, setzt unsere Website Cookies. Weiterlesen …