"Go East"

Jugendbildungsfahrt nach Neapel – ein Bericht von Schwester Bernadeth Geiger



Von 12. bis 24.8.2021 waren 40 Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren aus der Diözese Magdeburg, dem Kinder- und Jugendzentrum Don Bosco und der Partnerdiözese Kaišiadorys/Litauen unterwegs auf einer Bildungsfahrt in Italien.



„Go East“ – unter diesem Titel war ursprünglich eine Bildungsreise ins Baltikum geplant, aber aufgrund der Corona-Pandemie wäre eine Reise durch mehrere Länder schwierig geworden, und so ging es unter dem Titel „Go East“ nach Neapel. Begleitet wurde die Gruppe vom Diözesan-Jugendseelsorger Tekaath, zwei Jugendbildungsreferent/innen und, aus dem Don Bosco Zentrum, von Sr. Lydia Kaps und Sr. Bernadeth Geiger.



Vorbereitungen und Aufbruch


Die Teilnehmer/innen haben sich bereis einige Wochen im Vorfeld durch gemeinsame Zoom-Treffen kennengelernt und thematisch und organisatorisch auf die Fahrt vorbereitet. 
Am 12. August um 11 Uhr war es dann endlich soweit. Nachdem alle notwendigen Dokumente und Corona-Test- und Impfnachweise bereitgelegt waren, machten wir uns mit dem Busunternehmen Höffmann-Reisen auf den Weg nach Neapel zum Campingplatz Baia Domizia, wo wir die Tage untergebracht waren.


Nach 24 Stunden Fahrt waren wir froh, angekommen zu sein. Der riesige Campingplatz liegt am Golf von Geata am Tyrrhenischen Meer und somit lagen Strand und Wasser direkt vor unserem Zelteingang.


Die Jugendlichen waren in Viererzelte untergebracht, die gleich bei der Ankunft mit Feldbetten bestückt wurden. 


Ausflugsziele mit Bildungselementen


Jeder Tag begann mit einem kurzen Morgenimpuls und einem guten Frühstück. Untertags waren wir unterwegs und zum Abendessen wieder auf dem Campingplatz. Die Freizeit am Abend wurde von den Jugendlichen zum Schwimmen, Fußball spielen oder einer ausgiebigen Skatrunde genutzt.

Unser erstes Ausflugsziel war das Benediktinerkloster Monte Cassino. Bei der Führung erfuhren wir die beeindruckende Geschichte dieser Abtei.

„Welche drei Lebensweisheiten formuliere ich für mein Leben?“
Angelehnt an das klösterliche Leben und den drei evangelischen Räten, bekamen die Jugendlichen diese Impulsfrage mit in den Tag.


Am Sonntag fuhren wir nach Neapel zum Flughafen, um die Gruppe aus Litauen abzuholen – damit war unsere Reisegruppe komplett.

Für die nächsten zwei Tage hatten wir einen Guide gebucht, der mit uns am Sonntag eine Panoramatour durch die Stadt Neapel machte und wir viel Geschichtliches über Land und Leute erfuhren. Abends hatten wir zum Festtag Maria Himmelfahrt noch einen Wortgottesdienst.


Das unterirdische Neapel war auch eines unserer Ausflugsziele: Eine 80 km lange „Stadt unter der Stadt“, die sich 40 Meter unter der Erde befindet und deren erste Nutzung auf das 4. Jhd. v. Chr. zurückgeht.

„Was ist mir wichtig im Leben?“

Dieser Frage gingen die Jugendlichen nach, als wir die beiden Inseln Procida und Capri besuchten. Durch einen Guide, der uns an beide Ausflugsziele begleitete, haben wir Geschichtliches kennengelernt und regionale Produkte wie das Capri-Energy, ein erfrischendes Süßgetränk, ausprobiert. 



„Was würde ich für die Nachwelt von meinem Leben Bedeutendes konservieren wollen?“
Eine Impulsfrage zum Nachdenken während des Rundgangs durch die Ruinen der vom Vesuv im Jahre 79 n. Chr. verschütteten Stadt Pompeji. Die Überreste machen den Alltag der Menschen sichtbar, aus dem sie durch den plötzlichen Ausbruch des Vulkans herausgerissen wurden. Den Ausflug nach Pompeji schlossen wir mit einem Besuch in der Wallfahrtskirche „Madonna del Rosario“ ab.


Nicht weit von Pompeji befindet sich die Villa Tiberiade, ein Exerzitienhaus der Don Bosco Schwestern. Die Schwestern vor Ort und Sr. Mara, die Provinzoberin der Provinz Italien-Meridionale, freuten sich über unseren Kurzbesuch.



Natürlich durfte ein Besuch in der „Ewigen Stadt“ nicht fehlen. Bei Temperaturen von 40 Grad waren die Domitilla-Katakomben ein erfrischendes Ausflugsziel. Geplant war auch mit dem Aufzug zur Kuppel des Petersdomes zu fahren. Der Ticketverkäufer an der Kasse wirkte sichtlich erschrocken, als wir Tickets für den Aufzug bestellen wollten. Eine Gruppe von 47 Personen, unter Corona-Auflagen mit dem Lift, das hätte gedauert! Durch eine Gruppenermäßigung konnte er uns überzeugen zu Fuß zu gehen und der herrliche Blick über die Stadt, als der Aufstieg geschafft war, war die Mühe wert.



Die Tage vergingen wie im Flug! Am Sonntag, dem 22.8. wurden die Koffer wieder gepackt und außerdem ein Tagesrucksack für einen Zwischenstopp in Assisi. Abends dort angekommen, genossen wir die Stille dieses besonderen (Wallfahrts)Ortes, denn aufgrund von Corona war die Stadt leerer als sonst in den Sommermonaten. Von einem deutschen Franziskaner bekamen wir eine Führung durch die Basilika San Francesco – dort, wo der Heilige begraben ist. Kurz vor der Abfahrt gingen wir noch gemeinsam den fast zwei Kilometer langen Fußweg zur Kirche San Damiano.



Anschließend, gegen 16 Uhr, brachen wir endgültig Richtung Magdeburg auf. Unsere „Go East“-Reihe geht – so Corona es zulässt – nächstes Jahr weiter, mit einem erneuten Versuch, die baltischen Länder zu bereisen. 

„Go East - Mein Osten“, so schreibt einer der Teilnehmer am Beginn der Fahrt auf sein Arbeitsblatt, „ist ein Ort, wo man die Seele baumeln lassen kann, Neues entdeckt und Unwichtiges hinter sich lassen darf.“



(Sr. Bernadeth Geiger)

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