„Daheim bei den Schwestern“

Ehemaligentreffen bei den Don Bosco Schwestern in Rottenbuch

Es ist Samstag, 25.06.2022, 9.00 Uhr: auf dem Schlossgelände der Ordensschwestern in Rottenbuch biegt Sr. Regina Lachmann ums Hauseck. Nicht wie man das vielleicht bei der Oberin einer katholischen Schwesterngemeinschaft vermuten würde, mit prüfendem Blick, ob die Mitschwestern und Angestellten auch an alles fürs Fest gedacht haben, sondern mit der Kehrmaschine. Schließlich sind wir bei den Don Bosco Schwestern und da gehört es sich, dass die Chefin konkret anpackt. Derweil hängt Sr. Margrit Tielmann im Hof so ohne weiteres weiß-blaue Wimpel auf, dass wirklich niemand vermuten könnte, dass ihre Wiege einst in Gelsenkirchen stand, weit oberhalb der Weißwurstgrenze also.

Von den „Selbstverständlichkeiten“

Völkerverständigung fängt idealerweise schon im ganz Kleinen an – auch das ein Markenzeichen der Don Bosco Schwestern. Lange muss man nicht mehr warten um auch eine dritte Selbstverständlichkeit der Ordensspiritualität der Schwestern erleben zu können: die „Ehemaligen“ (zumeist einstige Kindergartenkinder, Schülerinnen oder Wohnheimbewohnerinnen) werden nicht erst pünktlich zu Festbeginn eingelassen, wenn dann alles steht. Wer eben kann, kommt schon ein bisschen früher, belädt sich mit bunten Salaten oder selbstgebackenem Kuchen und stellt erst mal zusammen mit anderen Gästen Bierbänke und Sonnenschirme auf. Man ist schließlich daheim bei den Don-Bosco-Schwestern und hilft zusammen.

Erster Ratsch

Offiziell startet das Fest dann um 10.30 Uhr und zwar ganz stilgerecht mit Sektempfang bei strahlendem Bilderbuchwetter, viel Wiedersehensfreude und einer launigen Begrüßung durch Sr. Regina, der Hausoberin, und Petra Reisner, der stellvertretenden Vorsitzenden der Vereinigung der Ehemaligen der Don Bosco Schwestern in Deutschland. Der erste ausgiebige Ratsch lässt die Zeit im Nu verfliegen, der Hunger meldet sich gerade rechtzeitig um zwölf, so dass ein zünftiges Mittagessen mit Leberkäs und Brezen, Kartoffel-, Nudel-, Krautsalat und weiteren Schmankerln großen Anklang findet.

Feier in der Kapelle

Mit solch einer Grundlage lässt es sich anschließend gut zum Gebet in die Kapelle gehen. Dort wird eingangs das Lied geschmettert „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind“ im Vertrauen darauf, dass zwei Leute, die zusammen beten schon ausreichen, dass Jesus selbst sich gegenwärtig macht. Allerdings wird diese Zahl an dem Tag doch deutlich übertroffen: 30 Vertreterinnen der Ehemaligen sind es, die unter den Schwestern Platz finden. Sie haben die Don Bosco Schwestern in Eschelbach, Kehlheim, München und Rottenbuch erlebt und setzen die gemeinsamen Werte dort in den Ortsgruppen bis heute um. Selbst in Freising gibt es eine aktive Gruppe, obwohl dort bisher keine Don Bosco Schwestern tätig waren.

Alle zusammen sagen sie Gott Dank für das 150-jährige Wirken der Don Bosco Schwestern weltweit und für das 100-jährige Wirken in Deutschland und machen sich neu bewusst, dass trotz der großen materiellen Not der Ursprünge im Kolleg von Mornese die ersten Schwestern um Maria Mazzarello solche Lebensfreude ausstrahlten, dass dieses Haus von allen, die es kannten, nur „das Haus der frohen Gottesliebe“ genannt wurde. Dieser „Geist von Mornese“ strahlt weiter bis in die Begegnungen an diesem Festtag und jede und jeder ist dazu aufgerufen, diese Freude weiter ausstrahlen zu lassen.

Mit Gebet und Gesang, Flöten- und Orgelspiel, Texten aus dem neuen Testament und der Chronik der ersten Schwestern von Mornese bahnt sich der Dank und die Freude so recht den Weg von den Herzen in den Himmel.

Ausklang

Nach Kaffee und Kuchen und weiteren Gesprächen findet der Festtag am späteren Nachmittag seinen Ausklang, bevor sich alle gestärkt an Leib und Seele wieder auf den Heimweg machen. – Nicht ohne auch wieder gemeinsam abgebaut und aufgeräumt zu haben.

(Sr. Susanne Stachl)

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