VIDES International zu Gast in Salzburg

Highlight des VIDES-Vorbereitungstreffens: der Besuch von Sr. Leonor Salazar und Sr. Maria Grazia Caputo.
Sr. Leonor Salazar, VIDES International, und Sr. Maria Grazia Caputo, Menschenrechtsbüro der Don Bosco Schwestern

Zum Vorbereitungstreffen der VIDES-Volontär/innen am Samstag, den 11. Februar 2017, waren zwei besondere Gäste geladen: Sr. Leonor Salazar, Generaldirektorin von VIDES International, und Sr. Maria Grazia Caputo, Leiterin des Menschenrechtsbüros der Don Bosco Schwestern in Genf. Sie berichteten den rund 40 Teilnehmern aus Österreich und Deutschland von ihrer vielfältigen und herausfordernden Arbeit.


VIDES International
Zu Beginn ihres Vortrags bat Sr. Leonor die Anwesenden, mit ihrem Smartphone ein Selfie zu machen: das erste nur von sich selbst, das zweite mit dem Sitznachbarn. „So ist das Volontariat“, erklärt Sr. Leonor. „Es hilft uns erstens, zu uns selbst zu finden, und zweitens, den Menschen neben mir besser kennenzulernen.“
Das Volontariat an sich gibt es schon sehr lang und war ursprünglich das, was wir heute unter Wohltätigkeit verstehen. Ein Blick in die Geschichte es Volontariats lässt drei Entwicklungsstufen erkennen. War es zunächst eine kurfristige Hilfe für Menschen in Notsituationen, so unterstützt jeder Volontär heute Entwicklungsprozesse, die den Betroffenen zur Selbsthilfe befähigen und damit langfristig zugute kommen.

VIDES International wurde 1987 von Sr. Maria Grazia in Italien gegründet. „Der Anlass dafür war sehr tragisch“, erklärt Sr. Leonor. Don Bosco Schwestern machten sich in diesem Jahr auf den Weg nach Neuguinea. Sie kamen bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Die damalige Generaloberin war zu dieser Zeit in einer Schule in Spanien tätig. Die tief betroffenen Studentinnen erklärten sich bereit, die verstorbenen Schwestern zumindest für eine gewisse Zeit zu „ersetzen“.

Heute sind für VIDES International jährlich an die 5.000 Freiwilligen in 43 Ländern tätig. Davon leisten rund 4.400 ihren Freiwilligendienst im eigenen Herkunftsland, „nur“ ca. 180 sind für ihren Einsatz im Ausland tätig.


IIMA Human Rights Office – das Menschenrechtsbüro der Don Bosco Schwestern

VIDES International unterstützt weltweit Bildung und Erziehung von Kindern. Ein Schwerpunkt, den Sr. Maria Grazia Caputo auch bei ihrer Arbeit in Genf vertritt. Als NGOs haben sowohl VIDES als auch das IIMA Human Rights Office „Konsultativstatus“ bei den Vereinten Nationen. Im Klartext heißt das, sie beraten UN-Mitarbeiter/innen und Regierungen in Sachen Menschen-, Frauen- und Kinderrechte. 
Unter anderem werden mit „Side-Events“ Regierungsvertreter über die aktuelle Lage in einzelnen Ländern informiert. Dazu lädt das IIMA Human Rights Office Schwestern aus betroffenen Provinzen ein, um über die Situation vor Ort zu berichten. Zum Beispiel wurde nach dem schweren Erdbeben in Haiti zum Side-Event geladen.

„Eine Arbeit, bei der man ständig dranbleiben muss!“, fasst Sr. Maria Grazia ihre herausfordernde Tätigkeit in einem Satz zusammen. Unterstützt wird sie in Genf von einem engagierten, internationalen Team.

Zum Abschluss wurden in einem Workshop die ehemaligen und zukünftigen Volontär/innen aufgefordert, über Menschenrechtsverletzungen im Einsatzland nachzudenken. Die Liste der Vergehen ist lang – und auch in Österreich und Deutschland wurden die Teilnehmer fündig.

"Ein Volontariat endet nicht", lautete deshalb das Schlusswort von Sr. Petra Egeling, Vorsitzende von VIDES Deutschland. Jeder Volontär, jede Volontärin trägt den Grundgedanken des Volontariats in sich und kann ihn durch einfache Handlungen verbreiten.

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