Eine Woche in Taizé

Sr. Ulrike Weiss und Sr. Martina Kuda über einen urchristlichen und prophetischen Ort

Als sich vom 22. bis 30. Juli 2017 dreizehn Jugendliche und junge Erwachsene aus Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, München, Salzburg und Tirol mit uns auf den Weg nach Taizé machten, konnten sich die meisten noch nicht wirklich vorstellen, was sie dort erwarten würde. Die Motivationen, mitzufahren, waren ganz verschieden: mit Freunden wegfahren wollen, eine gewisse Neugier, der Wunsch nach Zeit für sich selbst… Für alle wurde der Aufenthalt in Taizé zu einer überwältigenden Erfahrung, wenn auch auf ganz verschiedene Weise.

Überwältigt haben vor allem der Gemeinschaftsgeist, das gegenseitige Vertrauen, das Sich-verstehen-können trotz verschiedener Sprachen und Herkünfte.

Dreimal am Tag - zum Morgengebet, Mittagsgebet und Abendgebet - versammelten sich die ca. 3.500 Jugendlichen in der Versöhnungskirche zusammen mit der ökumenischen Gemeinschaft der Brüder von Taizé. Die einfachen Gesänge, die Stille, sowie das Wort Gottes in verschiedenen Sprachen halfen, sich gemeinsam auf Gott hin auszurichten. Die Atmosphäre während der Gebetszeiten prägte sich tief ein und wirkte sich aus in einer fröhlichen Gelassenheit und ruhigen Wachsamkeit.

Jede/r fand im Laufe der Zeit ihren/seinen Platz und Rhythmus während des Tages: ob bei Bibeleinführungen durch die Brüder von Taizé, Austausch in internationalen Kleingruppen, Mitarbeit in Cleaning-Teams, Workshops zu gesellschaftspolitischen und spirituellen Themen oder beim Rückzug auf der Stillewiese.
Die Erfahrung der Gemeinschaft, in der die Liebe die Mitte ist, das einfache miteinander Leben teilen, machen Taizé zu einem urchristlichen und gleichzeitig prophetischen Ort. Möge die Kirche der Zukunft immer mehr dieses Gesicht bekommen.

Die Woche hat uns deutlich gemacht: es gibt etwas, das uns als Menschheitsfamilie über verschiedenste Grenzen hinweg verbindet. Das gibt Hoffnung. Frieden und Versöhnung sind möglich. Weil „Christus mit ausnahmslos jedem Menschen verbunden ist“ (Frère Roger).

(Sr. Ulrike Weiss und Sr. Martina Kuda)

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