"Auf ewig"

Schwester Bernadeth Geiger sagte ein ewiges "Ja" zu einem Leben als Ordensschwester.
Sr. Bernadeth spricht die Professformel

Einen nicht alltäglichen Grund zur Freude gab es am 5. August 2017 für die Deutschsprachige Provinz der Don Bosco Schwestern. Im Rahmen eines Festgottesdienstes in der Gemeindekirche St. Mechthild in Magdeburg legte Schwester Bernadeth Geiger ihre Ewige Profess ab.

In seiner Begrüßungsrede an die zahlreichen Gäste aus Deutschland und Österreich, die der Einladung in die Domstadt folgten, gab Hausherr Pater Ulrich Weiß O. Praem einen Ausblick auf das kommende Geschehen, in dem er auf ein – Zitat – „Paradoxum des Lebens“ aufmerksam machte: „Je stärker man sich bindet, desto freier wird man.“ Sr. Maria Maul bedankte sich in Ihrer Eingangsrede im Besonderen beim anwesenden Altbischof Leo Nowak, ohne den die Don Bosco Schwestern heute nicht in Magdeburg wären, so die Provinzleiterin.

Hauptzelebrant, Pater Stefan Geiger OSB, der Bruder von Schwester Bernadeth, führte in seiner Predigt zurück zu den Ursprüngen des Ordens. So führte er aus, wie Ordensmitgründerin Maria Mazzarello beharrlich ihrer Berufung folgte. „Am Anfang steht die Antwort Maria Mazzarellos auf den Ruf Gottes.“ So sei die Profess die Antwort auf die Liebe Gottes, so der Benediktiner, der – wie seine Schwester – selbst zum Ordenleben berufen wurde.

Sr. Bernadeth sagt auf ewig "Ja"
Den Professritus zelebrierte Generalvikar Bernhard Scholz. Gemeinsam mit Provinzleiterin Sr. Maria Maul begleitete er Sr. Bernadeth durch das mehrteilige Zeremoniell, dessen Höhepunkt das Aussprechen der Professformel ist. Dabei wird das erste und einzige Mal das Wort „ewig“ ausgesprochen. Später wird Sr. Bernadeth sagen, dass für sie dieser Moment – das Aussprechen des Wortes „ewig“ – der ergreifendste im ganzen Zeremoniell gewesen sei.

Sr. Bernadeth unterschreibt ihr handschriftlich verfasstes Versprechen
Sr. Bernadeth entzündet ihre Professkerze an ihrer Taufkerze
Sr. Bernadeth erhält die Konstitutionen und das Ordenskreuz
Sr. Bernadeth empfängt den Segen
Sr. Maria Maul, P. Stefan Geiger OSB, Pater Ulrich Weiß O. Praem, Sr. Bernadeth Geiger, Altbischof Leo Nowak, Generalvikar Bernhard Scholz, Sr. Aloisia Bumberger

Beim anschließenden Festessens, das in den Räumlichkeiten des Jugendzentrums stattfand, wurden noch zahlreiche Ständchen von Jugendlichen, Mitschwestern und Mitgliedern der Don Bosco Familie dargeboten. Altbischof Nowak stimmte mit „Viel Glück und Viel Segen“ zum Kanon ein.

Schwester Bernadeth nutzte nochmals die Gelegenheit, um sich bei allen Wegbegleiter/innen zu bedanken. Am wichtigsten war ihr aber, die Kinder und Jugendlichen anzusprechen. „Ohne euch“, so die 32-jährige, „gäbe es uns als Don Bosco Schwestern nicht“.

(Medienreferat FMA)

Interview

Schwester Bernadeth, du hast ein definitives Ja gegeben: das Ja zur Nachfolge Jesu in der Gemeinschaft der Don Bosco Schwestern. Was bewegt dich dazu, so gegen den Zeitgeist zu schwimmen? 
Die tiefe Überzeugung, dass dieser Weg mein Leben erfüllt.

Wie hast du dir den Schritt gut überlegt? 
Und was ist, wenn du dich irgendwann einmal Hals über Kopf verliebst?
Meine Entscheidung für diesen Schritt konnte in den Jahren der Ordensausbildung reifen und es konnten tragfeste Überzeugungen wachsen, somit ist dieses Ja auf ewig gut überlegt. In entscheidenden Momenten habe ich mich immer wieder persönlich gefragt, ob mich ein Leben als Don Bosco Schwester für immer glücklich machen kann und mein Leben durchträgt, und genau das würde ich mich auch wieder neu fragen, sollte ich mich einmal Hals über Kopf verlieben.


Was gibt dir den Mut, in einer Zeit, in der viele Ehen auseinanderbrechen, öffentlich zu bekennen, dass du ein Leben lang deinem Versprechen treu sein willst?
Ich vertraue darauf, dass meine Berufung nicht nur von meinem Ja zu Gott, sondern auch von Gottes Ja zu mir getragen ist. Dass gegebene Versprechen auch zerbrechen können, kann viele Gründe haben, aber trotzdem dürfen wir es wagen, mutig zu sein, und uns trauen, Lebensentscheidungen zu treffen. Sich immer alle Türen offen zu halten – ich glaube, das macht im Tiefsten nicht glücklich.
 
Was heißt es für dich konkret, keusch, arm und gehorsam zu leben? Stellst du dich damit in eine Art gesellschaftliches Out?
Für mich als Don Bosco Schwester bedeutet, die Gelübde zu leben, meinem Leben eine Richtung zu geben, damit ich mit all meinen Kräften für Gott im Dienst an den jungen Menschen leben kann. Keusch sein heißt für mich, meine Liebe zu Gott im Dienst an den jungen Menschen sichtbar und konkret zu leben.
Einfach, zufrieden und dankbar sein, das heißt Armut für mich. Leben in Gehorsam heißt für mich, offen zu sein für die Zeichen der Zeit, um so konkrete Zeichen setzen zu können, gemäß meiner Berufung als Don Bosco Schwester.
 
Wie hast du erkannt, dass du als Ordensfrau leben möchtest? Gab es da ein besonderes Ereignis, eine spezielle Erleuchtung?
Diese Überzeugung ist bei mir langsam gewachsen. Ich bin in einem ländlichen Umfeld groß geworden, da wächst man auch ganz natürlich mit den religiösen Traditionen auf. Aus diesem Umfeld heraus ist auch mein Wunsch gewachsen, Ordensfrau zu werden. Nicht von heute auf morgen, sondern als Weg, den ich Schritt für Schritt gegangen bin.
 
Was fasziniert dich an Jesus Christus?
Die Nähe, die er zu den einzelnen Menschen gesucht hat – es ist für mich das konkrete „Ja“ Gottes zu uns Menschen, mit allem, was uns ausmacht.
 
Und was fasziniert dich an den Don Bosco Schwestern?
Ihre gemeinsame Begeisterung und Vorliebe für die Kindern und Jugendlichen, die uns immer wieder aufbrechen lässt, in der Welt von heute den jungen Menschen nah zu sein.

(Das Interview führte Sophie Lauringer)

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